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Schaaren wälzten ſich rückwärts in das Lager, der Jammerſchrei: die Türken! die Türken kommen! ſauſete vor ihnen her, und in der Dun⸗ kelheit und in der Verwirrung des erſten Schreckens hielt man die Fliehenden für die anſtürmenden Türken, und empfing ſie mit Kar⸗ tätſchenſchüſſen, und ſchwang gegen ſte die Schwerter.
Vergeblich, daß die Officiere und Generale Ruhe und Halt ge⸗ boten, ein paniſcher Schrecken hatte ſich jetzt durch das ganze Heer verbreitet. Alles floh durcheinander, Alles kämpfte gegeneinander. Die ganze Armee glich jetzt nur noch einem einzigen wild bewegten Meer, das in brauſenden Wellen auf⸗ und niederrauſchte.
Der Kaiſer war von dem wilden Lärm aus ſeinen Träumen ge⸗ weckt, in ſeiner offenen Kaleſche war er, begleitet von einigen Generälen und Adjutanten zu Pferde, vorwärts geeilt, gerade hinein in das wilde Getümmel. Aber die wüthenden Schaaren achteten nicht mehr auf den Kaiſer, nicht auf ſein Kommandowort. Die Kugeln pfiffen um die Ohren des Kaiſers, die Kugeln ſeiner eigenen Soldaten, die in wildem Kreuzfeuer von hüben und drüben die Luft durchſauſeten.
Und die Nacht war ſo dunkel, der Mond ganz von Wolken um⸗ hüllt, keine Sterne am Himmel, als fürchteten ſie herniederzuſchauen auf dieſes furchtbare Gemetzel, auf dieſe Bruderſchlacht!
In immer wilderen Wogen brauſten die Flüchtenden durcheinander. Nach der kleinen Brücke, die dort drüben über das Flüßchen führt, drängten die angſtbleichen Schaaren. Aber gerade vor dieſer Brücke hatte der Kaiſer ſeinen Wagen auffahren laſſen. Hier wollte er die Fliehenden aufhalten, wollte ihnen ſagen, daß Alles nur ein falſcher Lärm, daß gar kein Feind da ſei!
Aber die Fliehenden achteten nicht auf ſeine Worte, nicht auf ſeinen Kommandoruf. Sie drängten vorwärts, ſie ſchoben in ihrer wilden Angſt den Wagen des Kaiſers vorwärts, gerade hin an das ſteile Ufer des Fluſſes. Er neigte ſich, die fliehenden Schaaren ſtießen in dem Wahnſinn ihres Entſetzens gegen ihn mit den Kolben ihrer Gewehre, ſie wußten nur, daß dieſer Wagen ein Hinderniß ſei, das ſie aufhielt, nichts weiter!
Der Wagen ſtürzte nieder von dem Ufer, gerade hinein in das Waſſer, das ziſchend emporſchlug. Niemand achtete darauf. Jeder dachte nur an ſich, nur an ſeine Flucht! Niemand achtete auf den


