146
Er theilte mit ſeiner Armee jede Gefahr und jede Beſchwerde, jede Entbehrung und jede Noth, er ſorgte für ſie mit unabläſſiger Liebe und Treue. Er legte für ſie Lagerſpitäler an, ließ täglich Wein unter die Mannſchaften vertheilen, ließ Brunnen graben, und mit ungeheuren Koſten von fernher kräftige Nahrungsmittel kommen. Vor Sonnenaufgang mußte exercirt und manoeuvrirt werden, damit die Hitze des Tages die Mannſchaften nicht erſchöpfe. Alles Lager⸗ ceremoniell ward aufgehoben, und ſelbſt die Annäherung des Kaiſers durfte die Soldaten nicht unterbrechen in ihren Beſchäftigungen und in ihrer Ruhe.„Wer liegt, bleibe liegen, wer ſitzt, bleibe ſitzen,“ war der ausdrückliche Befehl des Kaiſers, und Niemand durfte auf ihn ſehen, wenn er durch das Lager ſchritt, mit ſorgſamen, liebevollen Augen hin- und herſpähend, jeden Kranken mit mitleidigen Blicken betrachtend, überall aufmerkend, wo es der Hülfe, der Verbeſſerung bedurfte.
Und Niemand ſah auf ihn! Niemand ſah, daß auch auf ihn die tödtliche Luft der Sümpfe, die glühende Hitze, die Entbehrungen und Strapatzen ihre Wirkung ausübten, Niemand wußte, daß das Fieber auch in ſeinem Körper raſ'te, daß es ſeine Kräfte ausdörrte und ſein Blut in Feuerſtrömen durch ſeine Adern jagte.
Niemand ſah es, und der Kaiſer klagte zu Niemand. Wenn ſeine Armee ſchlief, arbeitete er. Auch im Feldlager war er immer noch der thätige Regent, welcher nicht bloß für die Armee zu ſorgen und an den Krieg zu denken hatte, ſondern der für alle ſeine Länder und Provinzen der denkende Kopf, die handelnde Hand ſein mußte.
Im Lagerzelt arbeitete er daher wie in ſeinenn Kabinet der Burg zu Wien. Alle wichtigen Regierungs⸗Depeſchen mußten ihm von Wien aus geſandt werden, alle Chefs der Hofſtellen mußten ihm ihre Acten ſenden, und von Bergen derſelben umgeben, ſaß er oft inmitten der Nacht vor ſeinem kleinen Arbeitstiſch, umſchwärmt von den Schna⸗
ken, die fürchterliche Plage dieſer Gegenden, die kalte, ſumpfige Nacht⸗ luft einathmend, mit brennenden, dürſtenden Lippen, und arbeitete mit ruhiger Gelaſſenheit und ohne eine Klage an ſeinen Acten und Depeſchen.*)
*) Im Wiener Archiv wird eine Depeſche aufbewahrt, welche der Kaiſer
Ausde
( vollen ſelber erſchof ſers) bliebe nicht der t zur! Geger verzw Türke einfal Heer. der2 begin
Gren Negie Lacy
Seite verkü den pilla
zurüc dieſe
Türk


