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das Vertrauen zu ihren Heerführern, und murrten laut über dieſen läſſigen und unthätigen Krieg, und nannten den Kaiſer und Lach die Urheber deſſelben. Dieſes unthätige Lagerleben empörte ſie, und machte ſie unwirſch und träge, ſte wollten entweder zurück in die Heimath, oder vorwärts dem Feind entgegen!
Vorwärts dem Feind entgegen! Das war auch die Sehnſucht des Kaiſers. Und dennoch konnte er ihr nicht genügen, dennoch mußte er auch jetzt wieder, wie im bayerſchen Krieg, unthätig dem Feinde gegenüber lagern mit ſeiner Armee, denn er wartete noch immer ver⸗ geblich auf das Anrücken der Ruſſen, die dem gemeinſamen und ver⸗ abredeten Plan gemäß, ſich mit den Oeſterreichern vereinigen ſollten, um den Grenz⸗Cordon unüberwindlich zu machen, und gemeinſam vorzurücken in die türkiſchen Länder.
Aber die Ruſſen zögerten noch immer, denn unerwartete Miß⸗ helligkeiten, die mit den Schweden ausgebrochen waren, nöthigten die Kaiſerin, auch ein Armeekorps an den nördlichen Grenzen auf⸗ zuſtellen, und hinderten ſte, mit gehöriget Kraft in der Moldau und in Beſſarabien aufzutreten.
Wieder alſo war der Kaiſer verurtheilt zu zaudern und zu warten, wieder durfte er es nicht wagen, vorwärts zu gehen. Denn ſeine Armee war allein nicht ſtark genug, um der ganzen vereinten türkiſchen Macht zu trotzen. Er mußte warten auf Rußland, und Rußland kam noch immer nicht, und die Hitze, die Krankheiten dauerten fort.
Joſeph mußte ſich dem Schickſal, das wieder ein neues Opfer der Entſagung von ihm forderte, unterwerfen! Seine Truppen mußten ſich von allen Seiten aus dem türkiſchen Gebiet zurückziehen, die Ge⸗ ſchütze mußten nach Peterwardein zurückgeführt werden, denn die Be⸗ lagerung von Belgrad, welche des Kaiſers glühender Wunſch geweſen, mußte jetzt vorläufig ganz und gar aufgegeben werden.
Und wieder lagerte ſich die Armee in unthätiger Ruhe hin, und die Hitze und die Krankheiten folgten ihnen auch zu ihren neuen L Lager⸗ ſtätten. Immer lauter murrten die Soldaten, immer vernehmlicher klagten ſie den Kaiſer an für alle Leiden, die ſie erduldeten. Sie beachteten es nicht, daß er mit ihnen litt, daß er mehr litt als ſte, denn ſie hatten nur die phyſiſchen Leiden, Er hatte außerdem noch die moraliſchen!
Kaiſer Joſeph. 3. Abth. IV. 10


