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Das Schickſal hatte es darauf abgeſehen, den Muth und die Ausdauer des Kaiſers zu prüfen.
Einen Lichtblick indeſſen gab es in dieſen trüben und unheils⸗ vollen Tagen. Das war die Einnahme der Feſtung Sabacz; Joſeph ſelber leitete die Belagerung; drei Kanoniere wurden an ſeiner Seite erſchoſſen, die von den Kugeln aufgewirbelte Erde beſpritzte des Kai⸗ ſers Antlitz und ſeine Gewänder,*) aber inmitten des Kugelregens blieb er heiter und ruhig, und ſeit langer Zeit hatte man ſein Antlitz nicht ſo freudig ſtrahlen ſehen, als an dieſem Tage.
Aber dies, wie geſagt, war doch nur ein Lichtblick in der Reihe der trüben und düſtern Tage, die ihm folgten, und welche die Armee zur Unthätigkeit, zum Ausharren in dieſen ungeſunden, ſumpfigen Gegenden Siebenbürgens nöthigten. Plötzlich indeſſen ward dieſe verzweiflungsvolle Ruhe durch den Schreckensruf unterbrochen:„die Türken ſind über die Donau gegangen und wollen in das Banat einfallen!“
Nun auf einmal ward Alles lebendig in dem ſiechen, todesmatten Heer. Wie von einer drückenden Laſt befreit, athmete Joſeph auf, der Moment der That war endlich doch gekommen, der Kampf ſollte beginnen!
Die Kriegstrompete ſchmetterte durch das Lager und rief die Grenadiere und den größten Theil der Infanterie⸗ und Cavallerie⸗ Regimenter zum Marſch auf, und mit ihnen zogen der Kaiſer und Lacy aus, den Türken entgegen. Aber bald kamen ihnen von allen Seiten fliehende Regimenter entgegen. Mit angſtbleichen Geſichtern verkündeten ſie, der Großvezier habe mit ſeinem Heer an zwei Stellen den Grenz⸗Cordon der Oeſterreicher durchbrochen, der General Pa⸗ pilla habe ſich ſcheu vor ihnen mit ſeinen Truppen und Kanonen zurückgezogen, dadurch ſei eine Lücke im Cordon entſtanden, und durch dieſe wälzten ſich jetzt die raubſüchtigen und wüthenden Schaaren der Türken unter Anführung des Großveziers in das Banat herein.
Und wie ein Lauffeuer verbreitete ſich dieſe Kunde von Poſten
in der Nacht vor der Einnahme von Sabacz mitten im Walde unter freiem Himmel ausgefertigt hat. Siehe Groß⸗Hoffinger III. S. 464. *) Hübner II. S. 472.
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