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IV.
Die Uacht bei Lugos.
4 Das Schickſal ſchien es einmal darauf abgeſehen zu haben, den Muth und die Ausdauer des Kaiſers prüfen zu wollen, und ihn
**²*) Der ganze Hergang dieſer Scenen iſt hiſtoriſch. Die„himmliſche Thereſe,“ wie Hormayr ſie nennt, ward wirklich ſo vermählt, und ſo von ihrem jungen Gemahl verlaſſen,„denn,“ ſo ſagen die Geſchichtsbücher,„er glaubte ſich ver⸗ letzt, glaubte an ein mehr als platoniſches Verhältniß zwiſchen ihr und dem Kaiſer, ſchied gleich nach der Trauung von ihr, und eilte nach Rom.“— In⸗ deſſen erfolgte die Scheidung nicht ſo leicht und ſchnell, als Beide gehofft hatten. Der Papſt weigerte ſich, die Scheidung auszuſprechen, vielleicht weil er glaubte, daß er grade den Oeſterreichern, deſſen Kaiſer ihm und der Kirche ſo oft feind⸗ lich und hemmend entgegengetreten, die Unbengſamkeit und Macht der katholiſchen Kirche beweiſen müſſe. Jahre vergingen unter nutzloſen Bemühungen, endlich gab der päpſtliche Nuntius Severoli den Rath, Thereſe möge conſtatiren, die Trauung ſei unter den heftigſten, von Thereſen überhaupt ungeheuer gefürchteten Gewitterſchlägen geſchehen, und ſie ſei während derſelben ſtets halb ohnmächtig und faſt ganz bewußtlos geweſen.— Außerdem gab der Fürſtbiſchof Leopold von Thun das Atteſt:„er habe gar nicht gehört, daß die Ohnmächtige das Ja ausgeſprochen habe.“ Dieſe Erklärungen führten endlich zu dem gewünſchten Ziel. Die Ehe des Grafen Kinsky ward als weſentlich defect, ja null erklärt, und Beide wurden von den Feſſeln derſelben befreit. Nach dem Tode des Kaiſers vermählte ſich Thereſe an den Grafen Max Meerveldt, denſelben, der 1797 mit Napoleon den Frieden von Campo Formio ſchloß.— Siehe Hormayr: Kaiſer Franz und Metternich. Ein Fragment. S. 160


