Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

142

Se. Majeſtät hat die Gnade gehabt, Ihr Schreiben durch einen eigenen Courier nach Rom zu befördern, nicht wahr, das wollten Sie ſagen?

Thereſe fuhr ruhig, als habe ſie die Unt erbrechung gar nicht gehört, fort: und ich habe dieſes Schreiben ſelbſt an den päpſtlichen Nuntius Monſignore Garampi gegeben. Er hat mir verſprochen, es ſogleich zu befördern, und bei dem heiligen Vater mein dringendes Flehen um Scheidung zu befürworten.

Welch ein ſeltenes und muſterhaftes Ehepaar wir ſind, rief der Graf mit einem rauhen Lachen. Wir hegen ſchon jetzt milben Ge⸗ danken, dieſelben Wünſche, und ſehnen uns nach demſelben Ziel! Ich nehme jetzt Abſchied von Ihnen, Madaine, und ich werde nicht eher die Ehre haben, Sie wiederzuſehen, als bis ich Ihnen das Deeret überreichen kann, durch welches der Papſt unſere Scheidung bewilligt.

Sie werden mir alsdann ſehr willkommen ſein, ſagte Thereſe ruhig. Wollen Sie jetzt die Güte haben, mich zum Wagen zu geleiten?

Ich bitte die Frau Gräfin, mir ihre Arm reichen zu wollen. Nur eins habe ich noch zu bemerken! Ic h hoffe, daß Madame dem Kaiſer beweiſen kann, daß er nicht dürchans nöthig hatte zu dieſer Phraſe: Dort oben biſt Du mein! ſeine Zuflucht zu nehmen. Aber

ich bitte, daß Sie ihm dies hier unten doch nicht eher beweiſen, als bis ich die Ehre gehabt, mich Ihnen nach meiner Rückkehr von Rom mit meinen Depe ſchen zu präſentiren.

Thereſe hatte nicht die Kraft zu einer Erwiderung. Sie neigte leiſe ihr Haupt, und zwei Thränen glitten langſam über ihre bleichen Wangen nieder. Mit einer ſtummen Verneigung nahm ſie den Arm des Grafen, und ließ ſich von ihm zu dem Wagen führen, auf welchem ſchon die Kammerfrauen und Bedienten ihre Plätze eingenommen.

Der Graf hob Thereſen in den Wagen, und machte ſelbſt den Schlag zu. Dann ging er hechen Schrittes zu dem Caleſchwagen, der hinter der großen, hochbeladenen Reiſe⸗Equipage ſtand, und ſchwang ſich hinein.

Zu gleicher Zeit donnerten die beiden Wagen von dem Schloß⸗ hof, nur daß ſie nicht dieſelbe Straße einſchlugen, nur daß das junge Ehepaar, welches ſoeben vor Gottes Altar geſchworen, den Weg durch

wie H Gema letzt,

Kaiſer deſſen

Der daß er lich m Kirche gab d

Trauu

Ja au Iill. und T verme Nape gr öran