Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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man ſich rächt, ſo geſchieht das nicht durch corſiſches Blutvergießen, ſondern durch Verachtung. Ich bin nur gekommen, um die gnädige Gräfin zu fragen, ob Sie bereit ſind, abzureiſen?

Ich bin bereit, ſagte Thereſe ſich langſam erhebend.

Und ich darf die Ehre haben, Sie zu Ihrem Wagen zu geleiten? Sie wollen mir das erlauben?

Mein Vater hat Sie zu meinem Gemahl ernannt, Herr Graf, und alſo habe ich kein Recht, Ihnen dieſe Erlaubniß zu verweigern.

Vorher aber bitte ich die Frau Gräfin, gnädigſt beſtimmen zu wollen, welches meiner Güter die Frau Gräfin Kinsky zu ihrer vor⸗ läufigen Reſidenz erwählen will?

Sie haben auch darüber zu beſtimmen, Graf, ich kenne Ihre Güter nicht.

So wähle ich für Sie dasjenige meiner Güter in Ungarn, wel⸗ ches am nächſten an der Grenze nach der Türkei liegt, denn dort werden Madame am raſcheſten und leichteſten Nachrichten von der Armee und den Heerführern derſelben haben können.

Thereſe antwortete auf dieſe beißende Anſpielung des Grafen nur mit einem ruhigen kalten Blick. Da ich meinem angetrauten Gemahl gehorchen muß, ſagte ſie, ſo werde ich Ihnen das Recht nicht ſtreitig machen dürfen, für mich den Aufenthaltsort zu wählen, und muß mich fügen.

Ich hoffe, daß die Frau Gräfin nicht lange dem Zwang unter⸗ worfen ſein wird, ſich meinem Willen zu fügen, ſagte er finſter, und daß die Reiſe, welche ich ſoeben antreten will, zu einem günſtigen Reſultat für uns Beide führen wird. Ich komme nicht bloß, um Sie zu Ihrem Wagen zu führen, ſondern auch, um mich von der Frau Gräfin zu beurlauben, denn ich bin im Begriff, eine Reiſe nach Rom anzutreten. Ich will mich dem heiligen Vater zu Füßen werfen, und ihn um die Gnade anflehen, die Frau Gräfin zu erlöſen von den Feſſeln, die Sie an mich binden.

Sie wollen den Papſt um Scheidung anflehen? fragte Thereſe ruhig. Vielleicht können Sie Sich dieſe Mühe ſparen, Herr Graf. Ich bin Ihnen zuvorgekommen. Ich habe ſchon vor meiner Trauung ein ſchriftliches Geſuch um Scheidung an den heiligen Vater ge⸗ richtet, und