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Ja, dort oben! flüſterte ſie leiſe, und mit einem Ausdruck un⸗ ausſprechlicher Sehnſucht richteten ſich ihre Blicke zum Himmel empor.
Der Kaiſer ließ ihre Hand fahren, und wandte ſich an den Gra⸗ fen Kinsky. Herr Graf, auf ein Wort! ſagte er gebieteriſch, und er trat einige Schritte zurück aus dem Kreis der Herren und Damen. Graf Kinsky folgte zögernd und mit finſtern Blicken dem Kaiſer, der noch einige Schritte weiter ging bis zu dem Seitenſchiff hin, wo ſte allein waren und Niemand ſtie hören konnte.
Hier blieb der Kaiſer ſtehen und wandte ſich um nach dem Gra⸗ fen, der ſchweigend und finſter ihn anſchauete.
Herr Graf Kinsky, ſagte der Kaiſer ernſt und feierlich, Sie lieben die Gräfin Thereſe?
Der Graf ſchwieg einen Moment, und ſein Antlitz ward noch düſterer, und ein trauriges Lächeln zuckte um ſeine blaſſen Lippen. Ich habe ſie ſehr geliebt, ſagte er dumpf.
Sie haben ſie geliebt, wiederholte der Kaiſer. Sie lieben ſie nicht mehr?
Nein, ich liebe ſie nicht mehr!
Wann iſt Ihre Liebe erloſchen, Graf?
Heute vor acht Tagen, Ew. Majeſtät! 4
Er ſah dem Kaiſer mit einem drohenden Zornesblick feſt in's Antlitz, aber Joſeph ſchien das nicht zu bemerken. Seine Augen be⸗ hielten ihren milden, ſanften Ausdruck.
Graf, ſagte er nach einer kleinen Pauſe, nicht wahr, obwohl Sie mir grollen, halten Sie mich doch für einen Ehrenmann und ſind überzeugt, daß ich niemals einen Meineid ſchwören würde? Sagen Sie, ſind Sie deſſen überzeugt?
Ja, Sire, vollkommen überzeugt!
Nun wohl, fuhr der Kaiſer haſtig fort. Ich ſchwöre Ihnen bei Gott und bei Allem, was mir heilig iſt, ich ſchwöre Ihnen bei mei— ner Ehre als Kaiſer und als Mann, Sie dürfen die Gräfin auch jetzt noch ſo lieben, wie Sie es vor acht Tagen gethan, Sie dürfen Sie ehren und lieben und hochhalten als Ihre Gemahlin und als die einſtige Mutter Ihrer Kinder, denn Thereſe iſt rein, wie die En⸗ gel im Himmel, und ſie darf ohne Vorwurf und ohne Schaam zu


