Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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Thereſe legte langſam und todesmatt die ihre hinein, und zuckte zuſammen vor der Fiebergluth, die aus des Kaiſers Hand in ihre eiskalten erſtarrten Finger ſich übertrug. Der Kaiſer führte ſte zum Altar, hinter ihnen ging Graf Dietrichſtein mit ſeiner Schweſter, in ihrer Beider Mitte Graf Kinsky, deſſen düſtere Blicke mit einem fin⸗ ſtern zornigen Ausdruck bald auf den Kaiſer, bald auf ſeine Braut ſich richteten, und jede ihrer Bewegungen, jeden ihrer Schritte zu überwachen ſchienen.

Aber ſie ſahen ſich gar nicht an, nicht ein einziges Mal wandte der Kaiſer ſein Haupt ſeitwärts und blickte auf ſie hin, nicht ein ein⸗ ziges Mal richtete Thereſe ihr geſenktes Haupt empor. Nur der Druck ſeiner Hand, nur das Beben der ihren mochte ihnen Beiden verrathen, was ſie Beide empfanden.

Jetzt ſtanden ſie vor dem Altar, jetzt nahm der Kaiſer Thereſen's Hand und winkte den Grafen Philipp von Kinsky näher herzu und legte die kalle willenloſe Hand der Braut in die ſeine dann trat er zur Seite.

Der Fürſtbiſchof begann ſeine Rede, und der Himmel ſchien der bleichen ſchwankenden Braut mit ſeinem rollenden Donner die Gegen⸗ wart Gottes verkünden zu wollen, und ihr ſeine zuckenden Blitze als Hochzeitsfackeln zu ſenden.

Die Trauung war zu Ende, der Biſchof ſprach den Segen, und alle Anweſenden ſanken auf ihre Kniee nieder. Neben der Braut knieete der Kaiſer. Gemeinſam ſtiegen ihre Gebete zum Himmel empor. in Einem Seufzer, in Einem Gedanken ſchwangen ſie ſich aufwärts. Sie beteten für einander, das fühlten und wußten ſie Beide, und darum ſtrahlte Thereſen's Antlitz jetzt in ſchwärmeriſcher Begeiſterung, und darum waren die Augen des Kaiſers feucht von Thränen!

Aber er drückte ſie ſchnell in ſeine Augen zurück und erhob ſich von ſeinen Knieen, wie es die Andern thaten, und näherte ſich der Braut, um ihr ſeinen Glückwunſch darzubringen.

Der Donner rollte eben ſo mächtig, daß Niemand die Worte verſtand, welche der Kaiſer zu ihr ſagte. Sie allein verſtand ſie, ſie allein hörte, wie er leiſe ſagte:Lebewohl, Thereſe! Dort oben biſt

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