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derſetzen müſſen, und um welche die Damen mit Flacons und Eſſen⸗ zen beſchäftigt waren, denn Thereſe hatte ſo eben einen Anfall von Ohnmacht gehabt, und es ſchien, als würde ſich derſelbe erneuern. Die Comteſſe Dietrichſtein, die Tante Thereſen's, gab indeſſen den Anweſenden eine genügende Erklärung dieſer Ohnmacht. Thereſe hatte von Kindheit an eine unüberwindliche Scheu vor Gewittern und jeder zuckende Blitz hatte auch ihren zarten Körper zucken ge⸗ macht.
Und es ſtand ein Gewitter am Himmel, eins jener ſeltenen Früh⸗ lingsgewitter, die mit ſo donnerndem Jauchzen daher rollen, als wolle der Frühlingsgott der g eit verkünden, daß der Winter wieder verſchwunden, und er unter Fanfaren und Wetter⸗ leuchten wieder einziehe in ſeine Welt. Der ganze Himmel war be⸗ deckt mit ſchwarzen Wolken, die nächtige Schatten in die düſtere Kapelle hineinwarfen;zs durch die hohen gemalten Fenſter zuckte Blitz auf Blitz, und der rollende Donner ſchien die Erde erbeben zu machen.
Aber man hatte nicht Zeit, das Ende des Gewitters abzuwarten, denn die Reiſewagen ſtanden bereit, ſowohl für den Kaiſer als auch für den Grafen Dietrichſtein und für das junge Paar, das gleich nach der Trauung nach ſeinen Gütern in Tyrol abreiſen wollte. Auch ſtand Thereſen's Oheim, der Fürſtbiſchof von Paſſau, Graf Leopold von Thun, der auf ausdrücklichen Wunſch der Braut die Trauung verrichten ſollte, ſchon umgeben vo m Prälaten und Kapla⸗ nen vor dem Altar und harrte des Brautpaars.
Graf Dietrichſtein näherte ſich alſo ſeiner Tochter und flüſterte ihr einige Worte in's Ohr. Sie nickte leiſe mit dem Haupt und erhob ſich raſch von ihrem Seſſel, aber ihre Geſtalt ſchwankte hin und her, und ihr Antlitz war bleich, wie das einer Todten.
Thereſe konnte ja dus Rollen des Donners nicht ertragen, und eben erſchütterte ein majeſtätiſcher Donner die Mauern und machte die Fenſter klirren, und eben zuckte ein ſo gewaltiger Blitz daher, daß der Kaiſer, der ſich eben der Braut näherte, wie in einem Flammen⸗ meer daſtand. Aber ihn hinderte dieſes Toſen der Elemente nicht, er ſchritt vorwärts mit erhobenem Haupt und ſtolzer Haltung, gerade zu Thereſen hin. Ohne ein Wort, einen Zlick verneigte er ſich vor ihr und reichte ihr dann ſeine Hand dar.
anzen Menſchh
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