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Reſpect, und wiſſen nichts von dem Ceremoniell, daß man einem Kaiſer nicht unangemeldet nahen darf. Und ich denke, es ſollen in nächſter Zeit ſehr viel Kugeln fliegen, und ich werd' ihnen nicht aus⸗ weichen. So könnte es alſo ſein, daß eine von ihnen mein Haupt zur ewigen Ruhe legte. Machen Sie nicht ein ſo jammervolles Ge⸗ ſicht, Doctor! L'empereur est mort! Vive l'empereur! Und Sie werden einen lieben jungen Kaiſer haben nach mir, und eine ſchöne, liebreizende Kaiſerin, iſt das nicht beſſer als einen mürriſchen alten Junggeſellen, wie ich es bin? Der Franz iſt jetzt mein Stolz und meine Freude, und ſeine Gemahlin Eliſabeth liebe ich wie mein eigen Kind. Ich mußte alſo wohl mein Teſtament machen und für meine Kinder ſorgen. Doctor, ſind Sie nun zufrieden, und verzeihen Sie es mir jetzt, daß ich die Nacht nicht geſchlafen habe?
Ich habe nichts zu verzeihen, Sire, ich habe nur zu bitten. Und um eine Gnade möchte ich Ew. Majeſtät jetzt in dieſer Stunde bitten.
Sie wollen mir Arzeneien und Latwerge mitgeben, nicht wahr? fragte der Kaiſer lachend. Oh, ich ſeh's an Ihrem Geſicht, daß Sie das wollen, eine ganze Apotheke liegt in Ihren Mienen!
Nein, Sire, ich möchte Ew. Majeſtät mich ſelber mitgeben, ich möchte Sie beſchwören, mir zu erlauben, daß ich Ew. Majeſtät be⸗ gleite, damit ich zur Hand bin, wenn irgend etwas geſchieht!
Nein, Quarin, ich kann Ihnen dies nicht gewähren, ſagte der Kaiſer ernſt. Es wäre zu viel Egoismus von mir, denn Tauſende von Menſchen würden Sie hier entbehren, und ich— würde doch keinen Vortheil von Ihnen haben, denn mein Unwohlſein dürfte ich doch nicht beachten. Sie wiſſen ja, ein Soldat im Felde läßt ſich nicht krank melden, damit man ihn nicht der Feigheit beſchuldige! Und wenn eine Kugel mich niederwirft, ſo ſind ja die Chirurgen da, welche mich ſo gut verbinden werden, wie meine Soldaten. Bleiben Sie alſo hier, Quarin, und gedenken Sie meiner, indem Sie rech. viele Kranke geſund machen! Und jetzt leben Sie wohl, Quarin! In zwei Stunden reiſe ich ab! Und vorher habe ich noch zwei wichtige Geſchäfte; zuerſt muß ich zum Fürſten Kaunitz und ihm mein Teſtament bringen.
Ew. Majeſtät wiſſen doch, daß der Fürſt neulich die Gräfin Clary


