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Der Kaiſer hatte ſeine Augen feſt und durchdringend auf ihn gerichtet. Sie ſehen, Herr Baron, ich erwarte noch immer Ihre Ant⸗ wort, ſagte er. Wer war es, der Ihnen mein Staatsgeheimniß für tauſend Ducaten verrathen hat?
Eskeles Flies richtete ſein Haupt empor mit der Miene feſter Entſchloſſenheit. Sire, Niemand hat mir Ihr Geheimniß verrathen. Es iſt eine eitle Prahlerei, was da in dem Brief ſteht, ich habe das nur ſo geſchrieben, um meinem Handelsfreund die Wichtigkeit meiner Nachricht nur noch mehr einzuprägen.
Ausflüchte, Herr Baron, rief der Kaiſer unwillig. Wenn Sie es auch nicht geſchrieben, wenn Sie Ihrem Handelsfreund die wichtige Nachricht auch ohne dieſen Zuſatz mitgetheilt hätten, ſo würde ich Sie doch gerufen, ſo würde ich Sie doch gefragt haben: wer hat Ihnen mein Staatsgeheimniß verrathen?
Niemand, Sire, erwiderte der Banquier ängſtlich, Niemand hat es mir verrathen, ich aber, ich habe es errathen! Ja, ſo iſt es, fuhr er freudiger fort, ich habe es errathen! Alle Welt weiß ja, wie lange Ew. Majeſtät ſchon in Unterhandlung ſtehen mit dem kleinen Krämervolk, mein Handelsfreund in Amſterdam hatte mir ſchon vor vierzehn Tagen ausführliche Meldung davon gemacht, und da ich, verzeihen mir Ew. Majeſtät, da ich ein wenig die Geldverhältniſſe der kaiſerlichen Kaſſen kenne, ſo konnte ich berechnen, daß Ew. Majeſtät nicht länger anſtehen würden, das Gebot der Generalſtaaten anzu⸗ nehmen, um Ihre Völker vor einem unheilsvollen Krieg zu bewahren. Jetzt wiſſen Ew. Majeſtät Alles!
Jetzt weiß ich, daß Sie nicht der wahrheitsliebende Ehrenmann ſind, für welchen ich Sie hielt, ſagte der Kaiſer ſtrenge. Es iſt keine Logik in Ihrer Lüge, Herr Baron Eskeles Flies. Sie konnten viel⸗ leicht errathen und berechnen, für wahrſcheinlich halten, daß ich end⸗ lich in eine friedliche Ausgleichung mit den Holländern willigen würde,
aber Sie konnten nicht errathen, daß ich⸗gerade jetzt, daß ich geſtern
dieſen Entſchluß gefaßt, und daß die Depeſche heute von mir unter⸗
zeichnet werden und abgehen ſollte. Sie ſehen, Herr Baron, Ihre
Luͤge war nicht geſchickt, und das macht Ihnen Ehre, denn es zeigt, daß Sie nicht viel Uebung darin haben. Ich will aber von Ihnen die Wahrheit wiſſen, ich verlange als Ihr Kaiſer und Ihr Herr von


