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Eskeles Flies forderte daher ſeinen Geſchäftsfreund in Amſterdam auf, Alles zu thun, damit dieſe Zahlungen, welche der Kaiſer in vier Raten erheben wolle, durch ſein Haus geleiſtet würden, und erklärte ſich gegen angemeſſene Proviſton bereit, den Generalſtaaten dieſe zehn Millionen zu leihen und der kaiſerlichen Regierung auszuzahlen. Er empfahl ſeinem Handelsfreund aber das tiefſte Stillſchweigen über dieſe Angelegenheit, aus welcher ſie Beide allein den möglichſten Vor⸗ theil ziehen wollten, und welche bis jetzt noch Niemanden bekannt ſei, denn die Erklärung des Kaiſers werde erſt am folgenden Tage von Wien abgehen und alſo hätten ſie für ihre Geſchäfte und für den Verkauf von Papieren einen Vorſprung von vierundzwanzig Stunden.
Das war der Inhalt des Briefes, den der Kaiſer mit andern Depeſchen und Briefen von dei geheimen Poli rhalten hatte, und dieſer Brief verurtheilte Günther, denn Er allein wußte um dieſe Angelegenheit. Ihm hatte der Kaiſer geſtern den Auftrag gegeben, das Reſeript an die Generalſtaaten auszuarbeiten, und es ihm mor⸗ gen zur Durchſicht und Unterſchrift vorzulegen. Mit ihm allein von allen ſeinen Räthen und Secretairen, mit Ausnahme des Fürſten Kaunitz, hatte der Kaiſer geſtern ſeinen gefaßten Entſchluß beſprochen, dieſen Streit mit Holland fallen zu laſſen. Des Fürſten Verſchwie⸗ genheit war über allen Zweifel erhaben, nur Günther alſo konnte dieſe Sache, welche für jetzt noch ein politiſches Geheimniß hatte bleiben ſollen, verrathen haben.
Es war klar und unzweifelhaft, und dennoch wünſchte der Kai⸗ ſer zweifeln zu können, denn ſein Herz konnte ſich immer noch nicht entſchließen, den für ſchuldig zu halten, dem Joſeph ſo lange vertraut, den er ſo lange geliebt hatte! Es war ja doch immer noch möglich, daß irgend ein Zufall gewaltet haben könnte, obwohl Joſeph vergeb⸗ lich ſann, woher er kommen, wie eine Entſchuldigung, eine Rechtfer⸗ tigung Günther's möglich ſein könnte. Aber um ihn verdammen
klärte dann mit funfzehn zufrieden ſein zu wollen, und nahm dann zuletzt doch die zehn Millionen, welche die Holländer von Anfang an geboten hatten, wes⸗ halb Friedrich der Große ſagte: Der Kaiſer hat ſich mit einem Trinkgeld ab⸗ finden laſſen.


