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dächtig angehalten und geöffnet wurden.*) Unter dieſen Briefen be⸗ fand ſich Einer, welcher klar und unwiderruflich den Verrath und Treubruch Günther's bewies!
Es war ein Brief von dem Baron Eskeles Flies an ſeinen Handelsfreund in Amſterdam. Eskeles ſchrieb ihm darin, er habe ſo eben eine Nachricht erhalten, eine Nachricht, die ſo wichtiger Art ſei, daß er die tauſend Ducaten, welche er dafür habe zahlen müſſen, nicht bereue. Dieſe Nachricht ſei, daß der Kaiſer, der Streitigkeiten mit Holland über die Freiheit der Scheldeſchifffahrt überdrüſſig, jetzt geneigt ſei, Frieden zu machen, und die zehn Millionen Kriegs⸗Ent⸗ ſchädigung, welche Holland zahlen wolle, annehmen werde, dagegen einwillige, daß die Republik nach wie vor das Recht haben ſollte, ven Theil der Schelde, welcher unter ihrer Hoheit ſei, nebſt allen Ca⸗ nälen zu ſchließen, und nur gegen eingezahlten Zoll den fremden Schiffen den Durchgang zu geſtatten.**)
*) Kaiſer Franz und Metternich. Ein nachgelaſſenes Fragment.(Von Hor⸗ mayr.) S. 79.
**) Der Kaiſer hatte von der Republik Holland verlangt, daß ſie die Schelde allen niederländiſchen, belgiſchen und öſterreichiſchen Schiffen öffne, und da die Generalſtaaten dieſem Verlangen nicht willfahren wollten, ſondern ſich lieber zu einem Krieg um ihre durch Verträge geheiligten Rechte bereit erklärten, ließ auch der Kaiſer ſeine in den Niederlanden befindlichen Regimenter marſchiren. Deu ſogenannten heiligen, weil alten Verträgen, ſetzte er das gute Recht aller Voölker auf Freiheit des Handels und der Schifffahrt entgegen, und beſtand auf Oeffnung der Schelde, weil ſie eben die Handelsfreiheit ſeiner Niederländer beeinträchtlge. Indeſſen dieſe Forderungen, welche ſich nur auf die Wohlfahrt und den Vortheil der Völker, nicht aber auf Verträge und altes Recht ſtützen konnten, ſchienen allen Fürſten zu gefährlich, als daß ſte ſie hätten billigen ſollen. Sie erklärten ſich alle zum Schutz Hollands bereit, und ſtatt ſich mit Joſeph gegen die über⸗ müthigen und berechnenden Generalſtaaten zu verbinden, und ſie zu zwingen, daß ſie ein Privilegium abſchafften, welches die Freiheit alles Handels und aller Schiffe beeinträchtige, ſchloſſen ſie eine Art Bündniß wider ihn, und ermahnten den Kaiſer in langen diplomatiſchen Noten zur Nachgiebigkeit. Der Kaiſer, wel⸗ cher endlich einſehen mußte, daß er in dieſem Streit ganz Europa gegen ſich haben würde, mußte ſich endlich wohl entſchließen nachzugeben, und die Hollän⸗ der gegen eine Entſchädigungsſumme für die Kriegskoſten im unbeſtrittenen Beſitz ihrer Schelde zu laſſen. Der Kaiſer forderte Anfangs zwanzig Millionen, er⸗
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