Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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Glückes nur den geſteigerten Haß und das bittere Rachegelüſte ihrer mächtigen, durch das Geſetz geſchützten Herren eingetragen hatte.*)

Die Magnaten und Edelleute aber riefen, auf den Trümmern ihrer verwüſteten Schlöſſer, ihrer brennenden Dörfer ſtehend: das iſt Joſeph's Werk! Das iſt die blutige Saat, welche der Kaiſer geſäet hat mit ſeinen Reformen und Neuerungen!

Die RKache des Juden.

Der Kaiſer ging in heftigſter Bewegung in ſeinem Arbeits⸗Ca⸗ binet auf und ab. Aller Gewohnheit entgegen hatte er heute den Controlorgang nicht öffnen laſſen und ſeinen Cabinetsräthen und Secretairen befohlen, in der Kanzlei zu bleiben und dort zu arbeiten.

Er wollte allein ſein, er mußte allein ſein, Niemand durfte ſein bleiches, ſchmerzzerriſſenes Angeſicht, ſeine gerötheten Augen ſehen! Denn er hatte geweint, bittere ſchmerzensvolle Thränen geweint.

Und einem großen Leid, einer traurigen Enttäuſchung waren ſeine Thränen gefloſſen.

Günther, der unermüdliche Gefährte ſeiner Arbeiten, der treueſte ſeiner Cabinetsräthe, der Mann, dem er nächſt Lach und Kaunitz am meiſten vertraut, den er nicht als ſeinen Diener, ſondern als ſeinen Freund gehalten, Günther hatte ihn verrathen, Günther hatte die Geheimniſſe des Staats für ſchnödes Geld verkauft!

Da lagen ſie vor ihm, die Papiere der geheimen Polizei, welche ihm an jedem Morgen diejenigen Briefe und Berichte zu bringen hatte, die am verfloſſenen Tage in den Bureaur der Poſt als ver⸗

“) Hübner. I. S. 273 ff.— Groß⸗Hoffinger. III. S. 135.— Ramshorn. Seite 138.—

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