Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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IV. Horja und der Bauern-Aufſtand.

Vier Jahre angeſtrengter Arbeit, raſtloſen Eifers waren vergangen, ſeit Joſeph die Alleinherrſchaft ſeines Reiches angetreten. Vier Jahre hatte er nur dem Wohle ſeines Volkes gelebt, nur das Beſte ſeiner Unterthanen gewollt und erſtrebt, und ohne Menſchenfurcht und Eigen⸗

nutz nur das eine Ziel verfolgt, ſein Volk frei, einig, ſtark und

groß zu machen, es zu befreien von den Banden der geiſtigen Knecht⸗ ſchaft, welche die Kirche ihm auferlegt, es zu erlöſen von dem Joch der Sclaverei, welches die Leibeigenſchaft über ſeine Schultern gelegt, es zu erheben zu der Würde des freien Menſchenthums, welche die Gleichſtellung vor dem Geſetz ihm gewähren ſollte, es mächtig und reich zu machen durch Oeffnung neuer Handelswege, durch Errichtung von Fabriken und durch Begünſtigung des Handels und der Induſtrie.

Und was war ſein Lohn für alle Anſtrengungen, alle Mühen, für ſein Kämpfen und Ringen mit all dieſen widerſtrebenden Elementen, welche ihn haßten, weil jede Neuerung ihm läſtig und unbequem war! Was war ſein Lohn für ſchlafloſe Nächte, für raſtloſes Arbeiten, für ein Leben, welches nur den Mühen und Laſten ſeiner Krone gewidmet war, und ganz reſignirte auf eigene Freude und eigenen Genuß?

Unzufriedenheit und Widerſetzlichkeit, wohin er auch ſchauete, Undankbarkeit und Uebelwollen, wohin ſein Auge ſich wandte!

Der Adel grollte ihm, weil er ſich erniedrigt fühlte durch dieſe Geſetze, welche ihn mit ſeinen Rechten dem geringſten Bürger gleich⸗ ſtellten, er legte dem Kaiſer bei jeder Gelegenheit offenen Widerſtand entgegen, ſeit Mitglieder der angeſehenſten und größten Familien für begangene Verbrechen zu ſchmachvollen Strafen verurtheilt worden waren, und ſuchte heimlich und offen auch das Volk zur Unzufrieden⸗ heit und zum Widerſpruch aufzureizen. Und in dieſem Beſtreben fand es einen mächtigen und einflußreichen Mitkämpfer an der Geiſtlich⸗