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* 23 ten ſte die Dunkelheit durchdringen, und die Kobolde erſpähen, die bei Nachtzeit mit unheimlichem Lachen durch die Häuſer ſchlüpfen, Segen zu bringen oder Verderben.
Wie dunkel es hier iſt, murmelte ſie leiſe. Es iſt beſſer, Licht anzuzünden, und Giuſeppe hat mir ja vorſorglich Alles dazu mitge⸗ geben.
Sie zog aus ihrer Taſche ein kleines Packet hervor, in welchem ſich eine kleine Bleudlaterne, ein Fläſchchen mit Phosphor und Schwefel⸗ hölzer beſanden.
Ich lobe mir dieſe neue Erfindung, welche den Feuerſtein über⸗ flüſſig macht, ſagte ſie leiſe. Ein Tupfen in die Flaſche und das Licht iſt da!
Jetzt flackerte es hell auf mit bläulichem Schwefelſchein. Ara⸗ bella zündete das Licht in ihrer kleinen Laterne an, und dieſes Licht beleuchtete jetzt ihr eigenes Antlitz, und ihre von einem ſchwarzen Mantel dicht umhüllte Geſtalt. 3
Wie bleich dieſes Antlitz war, wie unheimlich glühend ihre Augen umherflackerten nach jedem Winkel, nach jeder Vertiefung, wohin das Licht ihrer Laterne nicht zu dringen vermochte.
Muth jetzt und vorwärts, flüſterte ſie leiſe, und mit haſtigen Schritten ging ſie die Stufen hinauf. Die Laterne, welche ſte in der Hand hielt, beleuchtete nur ſie und ihre Geſtalt, und ſo ſchien dieſe ſchöne leuchtende Nachtgeſtalt aus der Dunkelheit empor zu ſchweben, lichtumfloſſen ſich höher und höher zu heben.
Aber wiee raſchelte da nicht etwas hinter ihr, hielt es ſte nicht feſt an ihrem Gewande, und zog ſie rückwärts?
Arabella blieb ſtehen, und die Laterne höher empor hebend ſchaute ſte rückwärts mit ſo finſter glühenden Augen, mit ſo todesbleichem Angeſicht! Nein, es war nichts! Ihre eigene Furcht hatte ſie ge⸗ täuſcht, in der fürchterliche Stille, die ſie umgab, hatte das Rauſchen ihres eigenen Gewandes auf den Stufen der Treppe ſie erſchreckt. Nein, es war nichts! Sie war ganz allein in dieſem todten Hauſe. Die beiden ſteinernen Göttergeſtalten, welche da oben an den letzten Stufen der Treppe auf den Pfeilern des Geländers ſtanden, ſte allein ſahen die ſchöne bleiche Gräfin kommen, und ſte ſchauten ſte an mit ihren großen, leeren Augenhöhlen, ſo feierlich ernſt und kalt, daß


