Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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Arabella vor ihnen zurückbebte, und ſich noch einmal ſcheu nach ihnen umſah, als ſie eben durch die Thür in den erſten Vorſaal eintreten wollte. Aber ſte ſtanden ruhig und groß auf ihren Poſtamenten!

Die ſchweigenden Götter verrathen die Menſchen nicht, und ihre Augen von Stein hat man nicht zu fürchten!

Mit flüchtigem Fuß eilte Arabella jetzt vorwärts durch die prunkenden Säle, deren Herrin ſte einſt geweſen, wo ſtie einſt unter funkelnden Kronleuchtern, umgeben von Cavalieren und den vornehmſten Damen geſtanden, wie eine diamantenſtrahlende Königin in der Mitte ihrer Vaſallen.

Jetzt beleuchtete nur die kleine Laterne in ihrer Hand dieſe öden, ſchweigenden Säle, und machte hier und dort irgend ein Bild, ein vergoldetes Meuble hell erglänzen, und warf wie Arabella weiter wanderte, zuweilen einen hellen blitzartigen, ſchnell erlöſchenden Schein aus den hohen Spiegeln zurück, an denen ſte vorüber ſchritt.

Aber ſeltſam! Die ſchweigenden Säle ſchienen lebendig geworden zu ſein von ihrem Schritt. Vielleicht waren es die Geiſter des Hauſes, welche Arabella geweckt hatte durch ihr Kommen zu nächtlicher Stunde, und dieſe Geiſter waren es, welche leiſe flüſterten und ziſchelten in den Gemächern, die Arabella ſchon durchwandert hatte, dieſe Geiſter waren es, die mit leiſen Schritten über den Fußboden dahin glitten, und mit glühenden Augen von ferne, ganz von ferne der ſchlanken dunkeln Geſtalt der Gräfin folgten, und gleichſam von ihr nachgezogen immer weiter vorwärts ſchlüpften, ſo wie die Gräfin weiter ſchritt.

Endlich jetzt hatte Arabella das Ziel ihrer Wanderung erreicht, endlich war ſie angelangt in dem Zimmer, welches ihren Schatz, ihre Zukunft, ihr Alles enthielt.

Ihr erſter Blick, als ſie eintrat, war nach dem Bilde hingerichtet, deſſen Nagel der Schlüſſel war zu ihrem Paradieſe der Zukunft!

Es hing ruhig und unberührt an ſeiner Stelle. Ihr Geheimniß war alſo nicht entdeckt, ihr Schatz war da, da hinter jener Wand!

Von einem ſeltſamen Gefühl überraſcht ſank Arabella auf einen Seſſel nieder, und ruhte einen Moment aus nach ſo vielen Aufregungen und Stürmen. Ein unausſprechliches Gefühl von Rührung und Weh⸗ muth überkam ſie, eine ſelige Empfindung des Friedens und der Sicherheit. Es war ihr, als ſtände ſie jetzt am Ende eines gefährlichen⸗