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ſie leiſe, und wie ſchrecklich iſt dieſe dunkle, öde Nacht! Ich könnte hier ſterben, und Niemand wäre da, der mir zu Hülfe käme! Ich wäre allein, wie damals in jener Schreckensnacht!
Sie ſchwieg in ſich erſchauernd, und von einer ſeltſamen Angſt gelähmt, kauerte ſie ſich nieder auf der unterſten Stufe der Treppe, zu welcher ſie ſich hingetappt hatte. Bilder der Vergangenheit zogen in wechſelnden Geſtalten, eine wilde Jagd ihrer Erinnerungen, an ihrer Seele vorüber. Sie ſah wieder jene dunkle Schreckensnacht, wo ſie, ein in ihrer Liebe, ihrem Glauben, ihrer Ehre verrathenes Mädchen, auch, wie heute, leiſe durch die Straßen einer Stadt ge⸗ ſchlüpft war, aber damals nicht, um ſich Schätze zu holen, ſondern um den Tod zu ſuchen! Den Tod der Verzweiflung in den ſchwarzen Fluthen der Tiber! Oh, es war ihr, als ſähe ſie es wieder vor ſich, dieſes fürchterliche dunkle, naſſe Grab, als fühle ſie wieder, wie die Wogen mit ihrem letzten Todesſchrei über ihr zuſammenſchlugen. Da hatte eine Haud ſte erfaßt, hatte ſte hervorgezogen aus den Wellen, und das war die Hand des Grafen Podſtadzky geweſen! Er hatte ſie gerettet, um ſie zu verderben! Bis dahin war ſie nur ein leicht⸗ ſinniges, üppiges, genußſüchtiges Weib geweſen, in der Tiber hatte ſie die Taufe des Verbrechens empfangen! Ohne Liebe war ſie jetzt die Geliebte des Grafen Podſtadzky geworden, hatte ſich zur Genoſſin ſeines Lebens, zur Theilhaberin ſeiner Verbrechen gemacht. Einen kühnen, großartigen Plan des Betrugs hatten ſie Beide erſonnen, und wie kühn und glücklich hatten ſie ihn ausgeführt bis zu dem Tage ihres Falls! Mit dem Sprung in die Tiber hatte das unheils⸗ volle Drama ihres ſchuldigen Daſeins begonnen, mit der Pranger⸗ ſtrafe des Grafen Podſtadzky hatte es geendet!
Jetzt wollte ſie ein neues Daſein beginnen, ein unſchuldiges, ſchönes, behagliches Daſein! Keine Betrügereien mehr, Betrügereien ſind ſo gefährlich, ſie enden ſo leicht mit der Schande!
Nein, nein, flüſterte ſie leiſe, ich will mich begnügen mit Dem was ich habe! Es iſt ja genug zu einem bequemen, genußreichen Leben. Ich will wieder eine tugendhafte, ehrliche Frau werden! Ich kann es ja jetzt haben, denn ich bin reich genug dazu!
Sie lachte leiſe über ihre eigenen Worte, und dann erſch rak ſie über ihr eigenes Lachen, und warf ihre Augen ſcheu umher, als könn⸗


