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ereit, Und keine Strafe für ſolch Verbrechen? Keine Strafe für dieſe Frau ohne Herz, ohne Erbarmen und ohne Reue? Keine Strafe für ein eitles, vergeudetes Daſein?
Wird keine rächende Hand die Maske eines Engels von ihrem Antlitz reißen, und den Dämon zeigen, der darunter verborgen iſt?
Die rächende Hand ſchwebt ſchon über ihr, ſie iſt ſchon bereit, ſie zu packen. Aber Arabella ahnt es nicht, ihr Auge iſt geblendet vom ſtolzen Sicherheitsgefühl.„Diejenigen, welche die Götter ver⸗ derben wollen, die ſtrafen ſie zuerſt mit Blindheit, daß ſie den Ab⸗ grund nicht ſehen, vor welchem ſie ſtehen!“
Arabella ſah den Abgrund nicht; die Cötter hatten ſie geſtraft mit Blindheit! Der Kaiſer hatte ſie ja begnadigt und für unſchuldig erklärt, keine Schuld haftete alſo an ihr, das Leben grüßte ſie wieder mit allen ſeinen Freuden und Genüſſen!
Freilich hatte ſie ihre Caſſette mit ſeinem koſtbaren Inhalt ver⸗ loren, freilich war das Gold, das ſie der Freigebigkeit des unglück⸗ lichen Obriſten von Szekuly verdankte, wieder zurückgefloſſen in die
Kaſſe, welcher es entwendet worden, und mit ihm auch das andere Gold.
Aber Arabella war doch nicht arm, es blieb ihr doch ein ſüßer Troſt nach ſo ungeheurem Verluſt. Denn beſaß ſte nicht noch den Schmuckkaſten mit ihren Juwelen? Mußte ſie ihn nicht noch wieder finden in dem verborgenen Wandſchrank, deſſen Exiſtenz Nie⸗
velche mand ahnte, ſelbſt nicht Giuſeppe, ihr treuer Diener und Freund? ſt gi⸗ Wenn ſtie dieſe Juwelen erſt wieder beſaß, dann war ſie wieder n Ca⸗ reich, wieder glücklich, dann war ſie wieder geehrt, geſucht und ge⸗ Welt, feiert. Denn Reichthum iſt Ehre, Glück und Anſehen, und ſie hatte und zu dem Allen noch ihre Schönheit und ihren Geiſt.
42 Fort alſo mit ihren Juwelen nach Paris, nach der Stadt der renen⸗ 1 Genüſſe, des Glanzes und der Herrlichkeit. Fort! Sie war frei! * Das Leben gehörte ihr wieder! Der Kaiſer hatte ſte begnadigt! Sie hatte war ja unſchuldig!
ze ihn Ihre Reiſe nach Paris, welche ſte damals hatte antreten wollen,
5 war ja nur verzögert, nicht aufgehoben! Der Reiſewagen war noch⸗ da, und Giuſeppe erwartete ſie mit demſelben beim anbtechenden Duunkel der Nacht vor einem der Thore.


