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dem Grafen Podſtadzky bezahlt worden ſei. Als ſeine von ihm ver⸗ götterte Geliebte hatte ſie ſich nicht geweigert, die hohen Summen, welche er ſtets in Bankozetteln gegeben, anzunehmen, aber keine Ahnung hatte ſie davon gehabt, daß dieſe Bankozettel gefälſcht ſein könnten. Der Graf Podſtadzky beſtätigte dies; mit dem größten Freimuth hatte er ſeine eigene Schuld eingeſtanden, aber feſt und entſchieden hatte er jede Mitſchuld der Gräfin abgeleugnet. Sie war nur von ihm getäuſcht worden, ſie ſelber war ganz unſchuldig und arglos!
Aber dieſe Caſſette mit zwanzigtauſend Ducaten, welche man bei ihr gefunden, dieſe Caſſette zeugte wider die Gräfin Baillou. Graf Podſtadzky hatte ihr ſtets nur Bankozettel gegeben. Woher alſo, da ſie geſtanden, daß ſie bei ihrer Ankunft in Wien gar kein Vermögen beſeſſen, woher hatte ſie dieſe bedeutenden Summen genommen? Man hatte der Gräfin, welche noch immer verhaftet war, dieſe Frage vor⸗ gelegt, und ſie hatte ohne Zaudern erwidert: die Hälfte dieſer Summe habe ſie am Spieltiſch und aus den Geſchenken ihrer reichen und vor⸗ nehmen Anbeter gewonnen, die andere Hälfte aber verdanke ſie der Freigebigkeit des Oberſten von Szekuly, der ihr eines Tages dieſe Summe geſchenkt habe.—
Aber man wußte, daß Herr von Szekuly kein perſönliches Ver⸗ mögen beſaß, und alſo nicht im Stande ſei, ein Geſchenk von zehn⸗ tauſend Ducaten zu machen. Und dennoch geſtand der Obriſtlieute⸗ nant ohne Zaudern, wenn auch tief erbleichend ein, daß die Gräfin Baillou wirklich dieſe Summe von ihm empfangen habe!
Von einem entſetzlichen Verdacht geleitet, unterſuchte man jetzt die in ſeinen Händen und unter ſeiner Aufſicht befindliche Regiments⸗ kaſſe, und— ſtatt der ſechszigtauſend Gulden, welche in derſelben enthalten ſein ſollten, fand man dieſelbe leer.
Herr von Szekuly geſtand, daß er dieſes Geld der Kaſſe entnom⸗ men habe, in dem guten Glauben, es in kürzeſter Zeit durch den Verkauf von wichtigen Papieren erſetzen zu können.
Wo waren dieſe Papiere? Man fand ſie nicht, und Herr von Szekuly weigerte ſich ſtandhaft, irgend eine weitere Auskunft darüber zu geben. Er allein war der Schuldige, Er hatte die ſichszigtauſend Gulden der Kriegskaſſe entwendet. Man ſolle ihn alſo Lerhaften und ihn beſtrafen nach der Schwere des Geſetzes!


