Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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von den reinſten und größten Brillanten, das ihm da entgegenblitzte, und das ganze Gemach wie mit Sternenglanz zu durchfunkeln ſchien.*)

Ich bitte Ew. Heiligkeit, dies Kreuz zu meinem Angedenken tra⸗ gen zu wollen, ſagte Joſeph mit faſt zärtlicher Stimme.

Pius hob den Blick von den funkelnden Juwelen empor und ſchaute ſinnend zu dem Kaiſer auf, der lächelnd vor ihm ſtand. Oh, mein theuerſter Sohn in Chriſto, ſagte er wehmuthsvoll, wird dies das einzige Kreuz ſein, welches Ew. Majeſtät mich zurücktragen laſſen nach Rom?

Ew. Heiligkeit nehmen noch außerdem meine Liebe mit, ſagte Joſeph ausweichend, und dieſe Liebe möchte ich Ihnen gern noch durch einen anderweitigen kleinen Freundſchaftsdienſt beweiſen! Wollen mir Ew. Heiligkeit alſo erlauben, Ihrem Neffen Luigi Braschi das Di⸗ plom eines Fürſten zu verleihen?

Pius ſchüttelte leiſe ſein Haupt. Ich danke Ew. Majeſtät für dieſe Gnade, die Sie meinem Neffen erzeigen wollen, ſagte er, aber ich kann ſie nicht annehmen, denn ich will nicht, daß man glauben könnte, ich hätte mich hier in Wien mehr mit der Erhebung meiner Familie, als mit den Intereſſen der Kirche beſchäftigt!?*?*) Ew. Majeſtät wollen meinen Neffen zu einem Fürſten erhöhen, aber ſeinen Oheim, den Fürſten der Kirche, den wollen Ew. Majeſtät erniedrigen, dem wollen Sie die Ehre nicht gönnen, welche ihm gebührt, und welche Ew. Majeſtät Vorfahren dem Statthalter Gottes niemals verweigert haben!

Ah, ich ſehe, man hat mich wieder einmal bei Ew. Heiligkeit verleumdet, rief der Kaiſer. Was iſt es, was hat man geſagt? Sagen Sie es mir, vielleicht vermag ich mich zu rechtfertigen!

Ew. Majeſtät haben den Orden der Bettelmönche aufgehoben?

Ja, das habe ich gethan, denn es iſt ein träger und unnützer Orden, welcher der Menſchheit keinen Gewinn, der Kirche aber Scha⸗ den bringt durch das ſittenloſe, wüſte und verächtliche Leben ſeiner Mönche.

*) Dieſes Brillantkreuz hatte einen Werth von 200,000 Gulden. Siehe Hübner I. S. 128. **) Des Papſtes eigene Worte. Siehe: Groß⸗Hoffinger III. S. 46.

gezo

laſſen

meine