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und Guten. Joſeph iſt kein Feind der Religion und der Kirche, wie man mich zu Rom wollte glauben machen!
Der Ceremonienmeiſter warf einen düſtern vorwurfsvollen Blick auf das ſanfte Angeſicht des Papſtes. Ew. Heiligkeit wiſſen alſo nichts von den neuſten Verordnungen des Kaiſers? fragte er.
Was ſind dies für Verordnungen? rief Pius angſtvoll.
Der Kaiſer hat den Orden der Bettelmönche aufgehoben, das Decret iſt geſtern erſchienen. Er hat ferner, wie man ſagt, ein Decret erlaſſen, durch welches er alle Kloſtergüter einzieht, um ſie zu Staats⸗ zwecken zu verwenden, und er will den Geiſtlichen eine Penſton geben. Zum dritten hat er den Cardinal⸗Erzbiſchof zur ſtrengſten Ver⸗ antwortung gezogen, weil er den letzten von Ew. Heiligkeit verliehenen Ablaß ohne Bewilligung des Kaiſers durch den Druck ankündigte.*)
Pius ſtieß einen tiefen, ſchmerzvollen Seufzer aus, und ließ ganz zerbrochen ſein Haupt auf ſeine Bruſt ſinken. In dieſem Moment klopfte es leiſe an die Thür, welche dann ſofort geöffnet ward, und der Kaiſer trat ein.
Er kam wie er immer zu thun pflegte, unangemeldet ohne alles Ceremoniell und Gefolge, und begrüßte den Papſt mit offenem heitern Angeſicht.
Der Ceremonienmeiſter zog ſich leiſen Schrittes, mit demüthig geſenktem Haupt, einen grollenden Seitenblick auf den Kaiſer werfend, zurück in das Vorgemach, in welchem das Gefolge des Papſtes und des Kaiſers verſammelt war und des Befehls zum Aufbruch harrte.
Der Papſt und der Kaiſer blieben allein, und ſofort näherte ſich Joſeph dem Papſt, und reichte ihm ein Etui dar, indem er ihn bat, zum Zeichen ihrer Freundſchaft und als Andenken an die ſchönen Tage ihres Zuſammenſeins ein Andenken von ihm anzunehmen.
Pius, ganz verwirrt von all' dieſen verſchiedenen, auf ihn ein⸗ drängenden Empfindungen, öffnete ſchweigend das Etui, und ſelbſt ſeine heiligen und frommen Lippen konnten einen leiſen Schrei der Ueberraſchung nicht zurückhalten über dieſes herrliche und ſtrahlende Geſchenk, welches der Kaiſer ihm darbot. Es war ein großes Kreuz
*) Groß⸗Hoffinger III. S. 41.


