Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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und durch das Spalier der fürſtlichen Diener dahin nach ſeinem Wagen, der ihn raſch zurück trug zu der Burg.

Der Ceremonienmeiſter empfing ihn am Portal, und geleitete ihn hinauf in ſeine Gemächer. Ein einziger Blick auf das bleiche, kummer⸗ erfüllte Angeſtcht des Papſtes hatte ihm genügt, um ihm das Reſultat ſeines Beſuches zu verrathen.

Ew. Heiligkeit haben den Miniſter eben ſo halsſtarrig und ſchroff gefunden, als er immer geweſen, nicht wahr? fragte er theilnahmsvoll. Pius ließ ſich ſeufzend und ganz erſchöpft von der innern Aufregung auf einen Seſſel niedergleiten.

Ihr hattet Recht, ſagte er matt, ich hätte nicht zu dieſem Manne gehen ſollen. Gott hat mich geſtraft für meine Eitelkeit und meinen Stolz, er hat dieſen Mann zu ſeinem Werkzeug gemacht, um mich zu demüthigen, und mich daran zu mahnen, daß ich nur ein armer, ſchwacher Menſch bin, welcher ſich Vielerlei vorgeſetzt hat, und doch⸗ ſo wenig davon erreichen wird! Ach, Battiſta, was habe ich nicht Alles Großes und Segenbringendes von dieſer Wiener Reiſe mir er⸗ hofft, und wie wenig iſt davon in Erfüllung gegangen! Wenig! Wir ſind allein, Niemand hört uns, als Gott, und Ihr ſeid mein älteſter und treueſter Freund, Euch darf ich die Wahrheit ſagen! Nichts iſt in Erfüllung gegangen von allem, was ich hoffte, nichts habe ich erlangt! Ich werde das Niemand ſagen, ich werde Niemanden meine Hoffnungsloſigkeit zugeſtehen. Aber Euch ſage ich's! Es iſt Alles umſonſt! Ich habe Alles verſucht, damit die Dinge auf dem alten Fuß bleiben, oder wieder dahin gebracht werden möchten. Aber bis jetzt iſt Alles umſonſt geweſen!*) Nur eins habe ich gewonnen auf dieſer Pilgerfahrt: die Ueberzeugung, daß der Kaiſer ein guter und edler Menſch, wenn auch kein guter Chriſt iſt. Ach, Zattiſta, ich bin gekommen, um den Kaiſer zu bekehren zu mir, und nun iſt er es, der mich faſt zu ſich bekehrt hat. Man hat mir viel falſche Schilderungen von dem Character des Kaiſers gemacht, und nun finde und erkenne ich ihn als einen edlen und großherzigen Fürſten, der, was er thut, doch nicht thut als Feind der Kirche, ſondern nur aus dem, wenn auch falſchen und irregeleiteten Drang nach dem Rechten

*) Des Papſtes eigene Worte. Siehe Hübner I. S. 129.

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