peinigenden Situation zu erlöſen, indem er ſich haſtig ihm näherte, und Pius mit halblauter Stimme daran mahnte, daß die Stunde ſeiner Abreiſe heranrücke, und daß der Kaiſer ihn erwarten werde.
Ihr habt Recht, meine Zeit iſt abgelaufen, ſagte Pius raſch, und indem er ſich an den Fürſten wandte, ſagte er freundlich: Ich muß fort, und kann nicht einmal die Freude haben, alle Ihre Bilder zu beſchauen. Hätte ich geahnt, daß Sie ſo viele Schätze beſitzen, ſo wäre ich ſchon eine Stunde früher gekommen, um ſie mit mehr Muße beſchauen zu können. Ich danke Ihnen indeß für die große Gefälligkeit, welche Sie mir erwieſen, und für das viele Neue und Unerwartete, welches Sie mir gezeigt haben!
Er grüßte Kaunitz mit einer tiefern Neigung des Hauptes, aber er hütete ſich wohl, ihm nochmals ſeine Hand darzureichen, um ſtatt des Kuſſes ſeinen kräftigen Händedruck zu empfangen. Auf den Arm ſeines Kaplans gelehnt, wandte er ſich der Thür zu, aber als er an der Gräfin Clary vorüberkam, blieb er ſtehen, und legte mit einer Bewegung voll Hoheit und Anmuth zugleich ſeine Hand auf ihr Haupt.
Ich laſſe meinen beſten Segen in dieſem Hauſe und auf Ihrem Haupt zurück, ſagte er, möge er Ihnen und dieſem Hauſe Früchte tragen, und möge Gott in ſeiner Gnade und Barmherzigkeit auch allen Denen helfen, welche ihm ein ſtörrig und unwillfährig Herz entgegen halten, als einen Schild, mit dem ſte ſich gegen ihn wappnen. Möge er ſie erleuchten, und zur Demuth zurückführen, denn die De⸗ muth ziemt dem wahren Chriſten, und wer die Demuth nicht hat, iſt klein vor ihm ſelber und ſeine Werke ſind unnütz, denn ſie haben nicht das ewige Leben!.
Er ging weiter, ohne nur ein einziges Mal ſich umzuſchauen, ohne nur ein einziges Wort noch an Kaunitz zu richten, oder ihn zum Abſchied zu begrüßen. Mit ſtolzem Schritt, mit hochgehobenem Haupt, jetzt wieder der erhabene unnahbare Fürſt der Kirche, ſchritt er durch die Säle dahin, und ſchien es ganz vergeſſen zu haben, daß es da neben ihm einen Fürſten Kaunitz gab, und ſchien es gar nicht zu hören, daß dieſer jetzt zu ihm ſprach und ſich beurlaubte, weil er die kalte Luft nicht vertragen, und daher Se. Heiligkeit nicht zur Treppe geleiten könne.
Ruhig und ſtolz ſchritt der Papſt weiter, die Treppe hinunter,


