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Ja, ich wollte Ew. Heiligkeit beſchwören, nicht einen Schritt zu thun, der—
Der ganz und gar nicht der päpſtlichen Würde entſpricht, unter⸗ brach ihn der Papſt. Ihr könnt denken, daß ich mir das Alles ſchon ſelbſt geſagt, daß ich lange gekämpft und überlegt habe, daß es de⸗ müthigend für mich iſt, zu dieſem ſtolzen Manne zu gehen, der es verſchmäht hat, zu mir zu kommen. Aber demüthig zu ſein, iſt die Pflicht des Dieners Gottes, und der Hochmuth der Welt darf mich nicht verhindern, einen Schritt zu thun, der vielleicht für die Kirche von erſprießlichen Folgen ſein kann. Denn dieſe Aufmerkſamkeit, welche der Papſt dem Miniſter zollt, wird ihn vielleicht rühren, wird ſein Herz erſchüttern und ihm beweiſen, daß wir nicht ſo herrſchſüch⸗ tig und ſtolz ſind, als er vermeint, daß wir gern Jedem Anerkennung und Ehre ſchenken, und nur wünſchen, daß man auch uns das thue, was wir gethan haben unſerm Nächſten.
Aber wenn denn Ew. Heiligkeit dem Fürſten ſolche ungeheure, niemals dageweſene Ehre erzeigen wollen, ſo hätten Ew. Heiligkeit mindeſtens den Fürſten früher davon benachrichtigen, hätten es ihn ſchon geſtern wiſſen laſſen müſſen, damit er ſeine Vorbereitungen treffen konnte zu einem würdigen Empfang Eurer Heiligkeit.
Der Papſt lächelte traurig. Kurzſichtiger Freund, ſagke er, meine Augen ſehen weiter, als die Eurigen! Ich habe dem Fürſten ſo ſpät meinen längſt beſchloſſenen Beſuch angekündigt, um mir noͤch größere Demüthigungen zu erſparen; hätte ich Kaunitz ſchon geſtern vermelden laſſen, daß ich ihn heute beſuchen wolle, ſo hätte die Höflichkeit und Schicklichkeit erfordert, daß er mir zuvorkomme, und mir zuerſt ſeinen Beſuch mache. Ich fürchte aber, der rückſichtsloſe Mann würde dieſe Höflichkeit nicht erfüllt haben. Hätte ich ihm heute um einige Stun⸗ den früher meinen Beſuch angekündigt, ſo würde er Zeit gehabt-haben, Vorbereitungen zu treffen, um den Kirchenfürſten, den Statthalter Gottes, mit einiger Feierlichkeit zu empfangen. Ich fürchte aber, er würde von dieſer Zeit keinen ſolchen Gebrauch gemacht, er würde keine Vorbereitungen getroffen haben. Es war alſo beſſer, unerwartet zu kommen, um meiner Würde eine Demüthigung zu erſparen.
Aber weshalb wollen Ew. Heiligkeit überhaupt dieſem hoch⸗ müthigen Mann eine ſolche hohe Ehre angedeihen laſſen? fragte der
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