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Ceremonienmeiſter eifrig. Weshalb ihn mit einem Beſuch begnadigen, da er den Werth dieſer Gnade vielleicht gar nicht in dem rechten Maaß erkennen und würdigen wird?
Weshalb! Weil mir mein Amt beſiehlt, nichts unverſucht zu laſſen, was zum Heil und zur Ehre der Kirche förderlich ſein könnte. Weil eine Demüthigung meiner Perſon nicht geſcheut werden kann, wenn es gilt das Heil zu fördern und der Kirche einen verlorenen Sohn wieder zu gewinnen. Eilt Euch, ſendet raſch meinen Boten hin, denn die Zeit verfliegt, und ich will dieſen Mann aufſuchen, der mich vermeidet, und ſeinem Gotte trotzt!
Eine balbe Stunde ſpäter hielt eine kaiſerliche Hof⸗Equipage vor dem Hotel des Fürſten Kaunitz an, und der Papſt, nur gefolgt von ſeinem Caplan, kam, dem Fürſten Kaunitz ſeinen Beſuch zu machen!
Aber dies Mal ſchien der weiſe Pius ſich doch geirrt zu haben, denn Fürſt Kaunitz ſchien die kurze Zeit gleichwohl zu einigen Vor⸗ bereitungen benutzt zu haben, um Se. Heiligkeit würdig und feſtlich zu empfangen.
Auf dem Flur des Hotels ſtand die fürſtliche Dienerſchaft in reichſter Gallalivree, an der Treppe, welche mit koſtbaren Teppichen belegt war, empfing die Gräfin Clary in reichſter Toilette den Papſt, und ihre Kniee beugend vor Sr. Heiligkeit, bat ſie ihn um ſeinen Segen.
Pius neigte ſtch zu ihr nieder mit einem ſanften Lächeln, und legte ſegnend ſeine Hände auf ihr Haupt, und geſtattete es, daß die Gräfin alsdann dieſe ſchöne weiße Hand, welche den Ring St. Peters trug, an ihre Lippen preßte. Dann bat er ſie, ſtch von ihren Knieen zu erheben, und ihn zu ihrem Oheim dem Fürſten zu geleiten.
Die kleine Gräfin Clary ſtand auf, und während ſie den Papſt durch eine Reihe glänzend decorirter Säle führte, bat ſte in demüthigen Worten um Entſchuldigung, daß der Fürſt nicht ſelber Sr. Heiligkeit entgegen gekommen, weil er nicht wagen dürfe, der kalten Luft ſich auszuſetzen, und ſeit einigen Wochen ſein Zimmer nicht verlaſſen habe.
Pius neigte ſanft ſein Haupt zur Zuſtimmung, und ſchritt weiter. Jetzt endlich ſtanden ſie vor einer geſchloſſenen Thür, und indem die Gräfin ſie öffnete, ſagte ſie: Hier erwartet mein Oheim den gnädigen Beſuch Eurer Heiligkeit.


