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und das Volk ſehnte ſich, auf recht feierliche Weiſe den Segen des Papſtes zu erhalten, und ihn zu ſehen und zu bewundern in aller ſeiner Herrlichkeit.
Pius wollte dieſem Sehnen genügen, und große Anſchlagszettel an allen Kirchthüpen und an allen Mauern verkündeten den Wienern, daß der heilige Vater morgen dem Volk im Hof der Kaiſerburg den „großen Segen“ ertheilen würde.
In ungeheuren Schaaren ſtrömten die Wiener am andern Tage hin, dieſen„großen Segen“ zu erhalten. Eine unabſehbare Menſchen⸗ menge füllte den ungeheuren Raum, alle Dächer rings umher waren mit Menſchen angefüllt. Jeder wollte Theil haben an dem großen Segen des heiligen Vaters, Jeder wollte den erhabenen Greis ſehen, wie er im vollſten Schmuck ſeiner heiligen Würde, das ehrwürdige ſchöne Haupt geſchmückt mit der dreifachen Krone, im glänzenden Geleit der Cardinäle unter dem Geläut aller Glocken mit feierlichen langſamen Schritten über den Platz dahin ſchritt, mit ſeinen beiden hoch erhobenen Armen dieſen Tauſenden, welche durchſchauert von heiliger Andacht auf ihren Knieen lagen, den Segen zu ertheilen, und ihnen die Gnade des Ewigen zu erflehen!
Aber auch dieſer große und feierliche Act hatte der frommen Begeiſterung der Wiener noch nicht Genüge gethan. Sie hatten ihn bei dem großen Segen auf dem Hofe geſehen und angebetet als den Herrn der Kirche, aber ſie wünſchten ihn nun auch noch zu ſehen als den Diener Gottes!
Papſt Pius ſelber wünſchte ſich dem Volk auch noch als aus⸗ übender Prieſtet, als Diener Gottes zu zeigen.
Und abermals erſchienen große Anſchlagszettel an den Kirchthüren und an den Straßenecken, und verkündeten dem Volk von Wien, daß der Papſt morgen am erſten Tage des heiligen Oſterfeſtes das Hochamt abhalten werde. Das Volk empfing dieſe Nachricht mit jubelndem Entzücken, und erwartete mit Ungeduld den kommenden Tag.
Die Cardinäle, Biſchöfe und Geiſtlichen aber hielten am Vorabend des heiligen Feſtes im St. Stephans⸗Dom eine Generalprobe vom Hochamt;*) der päpſtliche Ceremonienmeiſter übernahm bei dieſer Probe
*) Friedels's Briefe aus Wien Th. I. S. 217.


