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und haben uns ſelbſt ein neues Leben geſchaffen, ein neues Glück ge⸗ baut. Und es iſt ein ſchöner und ſtolzer Bau geworden, kühn ſteigt ſeine vergoldete Kuppel empor, und in ſeinen glänzenden Sälen ſind Fürſten und Grafen unſere Gäſte, und neigen ſich vor uns in Ehr⸗ furcht und Achtung, und huldigen unſerem Glanz, unſerer Macht und unſerer Schönheit!
Aber der Bau wird über uns zuſammenbrechen, und die, welche uns heute huldigen, werden uns morgen verachten und verhöhnen!
Sei's darum! Laß den Bau zuſammenbrechen! Seine Trümmer mögen uns begraben, das iſt beſſer, als ſich in der Stunde des Un⸗ glücks feig zu zeigen! Muth, Carlo, Muth! Laß uns vor allen Dingen der Welt ein heiteres, ſorgloſes Geſicht zeigen, dann hat ſte Vertrauen zu uns, denn man mißtrauet nur dem, der ſich ſelber miß⸗ trauet. Vielleicht hat der Kaiſer in ſeinem argwöhniſchen Sinn Dich nur prüfen wollen, weil der Aufwand, den Du treibſt, ihm verdächtig erſcheint. Zeige ihm alſo ein ruhiges, gleichmüthiges Weſen, bleibe, wie Du immer warſt, entfliehe nicht, und er wird ſich überzeugt hal⸗ ten, daß Du bleibſt, weil Du nichts zu fürchten haſt! Was ſchaueſt Du mich ſo ſeltſam an, Carlo?
Ich ſchaue Dich an, Arabella, weil Du ſo ſchön biſt, ſagte der Graf mit einem matten Lächeln, ſo ſchön, wie die gefallenen Engel ſein mögen, welche auf die Erde verbannt ſind, um die Menſchen zu verführen.
Ich bin auch ein gefallener Engel, Du weißt es ja, ſagte ſie ſtolz, bin mit Dir gefallen, Carlo, und habe mich mit Dir wieder aufgerichtet. Laß uns jetzt aufgerichtet nebeneinander ſtehen bleiben! So lange die gefallenen Engel lächeln, können ſie die Menſchen ver⸗ führen, aber ſobald ſie ihr Lächeln verlieren, erkennt man ſte als Teufel und entflieht vor ihnen. Lächle alſo, lächle, zeige den Men⸗ ſchen ein heiteres Geſicht!
Ich kann nicht, Arabella, ich kann nicht! rief der Graf. Eine namenloſe Furcht iſt in mir, eine gräßliche Angſt martert mich! Oh, mir iſt es, als ſähe ich da vor mir das bleiche, ſchmerzzerriſſene An⸗ geſicht meiner Mutter, und ihr Blick zerreißt mir das Herz! Ara⸗ bella, laß uns fliehen, oder wenn Du das nicht willſt, ſo laß uns ſterben! Beſſer ſterben, als der Schmach überliefert werden, beſſer
Kaiſer Joſeph. 3. Abth. III. 9


