Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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Nein, nein, Arabella! Ich ſage Dir, es war die Abſicht, mich zu warnen, der Kaiſer will mich entfliehen laſſen, er will es um meiner Aeltern willen! Oh, warum habe ich mich nicht ſogleich auf mein Pferd geworfen und bin von dannen geſprengt! Mein Gott, irgendwo wird es doch ein einſames Thal, eine verborgene Stelle geben, wohin ich mich flüchten kann!

Und wo der ſtolze Graf Podſtadzky ſich in einen Bauer ver⸗ wandeln kann, und mit nackten Füßen, in Sack und Aſche, demüthig an der Seite ſeiner Mutter zum Dorfkirchlein wallen und als zer⸗ knirſchter, reuiger Sünder die Vergebung des Himmels anflehen kann! Die Idylle Deiner Frau Mutter ſpukt noch in Deinem erhitzten Ge⸗ hirn. Ich mein'’ aber, es giebt nichts Lächerlicheres und Alberneres als einen Menſchen, welcher bereut. Es iſt die demüthigendſte Rolle, welche man ſpielen kann, eine Rolle, in welcher man immer ſicher iſt, ausgeziſcht und verhöhnt zu werden! Carlo, richte Dich auf, denn dieſe Rolle iſt Deiner nicht würdig. Hebe Dein Haupt empor und blicke um Dich. Es iſt noch Alles unverändert. Das Leben, die Ehre, das Glück gehört noch uns, weshalb ſollten wir es vorſchnell, von thörichter Furcht geplagt, von uns werfen? Weshalb uns äffen laſſen von unſerm Gewiſſen und den Dunſtgebilden unſerer erhitzten Phantaſie? Wer thun will, was wir gethan haben, der muß ein für alle Mal abgeſchloſſen haben mit aller Furcht, und muß ſein Gewiſſen hinter ſich geworfen haben als ein abgetragenes Kinderkleid, das nicht mehr paßt für den groß gewordenen Menſchen! Hätten wir Beide ein Gewiſſen gehabt, ſo wärſt Du jetzt ein armer, ruinirter Graf, der von der Gnade ſeiner Aeltern lebte, oder froh ſein könnte, wenn der Kaiſer ihm eine Schreiberſtelle bewilligte, ſo wäre ich eine ehr⸗ ſame Nonne, die im hohen Chor Lieder pſalmiren, mit den langwei⸗ ligen alten Kloſterjungfrauen ſich zanken, und den einzigen Troſt haben könnte, vielleicht einſt nach ihrem Tode heilig geſprochen zu werden. Denn ſage Selbſt, was wäre der enterbten Gemahlin des alten Gra⸗ fen Baillou wohl anders übrig geblieben, wenn ſie ein Gewiſſen ge⸗ habt hätte, und was hätte der ruinirte, von Gläubigern verfolgte Graf Podſtadzky wohl für andere Ausſichten gehabt, wenn er auf ſein Gewiſſen gehört hätte? Wir haben es aber Beide nicht gethan, wir haben die Bande des Gewiſſens mit unſern ſtarken Händen zerriſſen

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mögen glücks Dingen Vertra trauet. nur p. erſchei⸗