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barg, den Arm, und führte ſie in den Salon. Der Haushofmeiſter ſchloß hinter ihnen die Thür und inmitten dieſes leuchtenden, glän⸗ zenden Raums ſtand jetzt der Graf dieſer ſchweigenden, ernſten Geſtalt gegenüber.
Sind wir hier allein? fragte ſie mit zitternder, leiſer Stimme.
Ganz allein, meine reizende Sphinx, ſagte der Graf, nur Gott Amor wird hier die ſüßen Geheimniſſe belauſchen, die Dein reizender Mund mir verkünden wird. Aber zuerſt erlaube mir, dieſe neidiſchen Schleier zu lüften und Dein himmliſches Antlitz zu ſchauen, mein geheimnißvoller Engel! Geſtatte mir, unter der Nacht dieſer Hüllen die Sonne Deiner Schönheit hervorleuchten zu laſſen!
Er zog die Dame weiter vor in den Saal, gerade zu dem Can⸗ delaber hin, der neben dem Eingang zu dem Cabinet aufgeſtellt war, und von welchem zwanzig Wachskerzen ihr Licht ausſtrömten.
Die Dame ſträubte ſich nicht, ſie wehrte es dem Grafen nicht, als er jetzt ſeine Hände zu ihrem Haupt erhob, um die Schleier von demſelben ſortzuziehen und ihr Antlitz zu erhellen.
Sie ſtand unbeweglich, wie erſtarrt da und ließ es geſchehen, daß er ihren Mantel öffnete, daß er die Schleier zurückſchlug.
Aber wie er den letzten Schleier hob, tönte ein Schrei des Ent⸗ ſetzens von des Grafen Lippen, und rückwärts taumelnd ächzte er: Meine Mutter! Oh, meine Mutter!
Hinter der Portière hervor erſchallte ein leiſes, höhniſches Lachen,—
aber die Beiden achteten nicht darauf, ſie hörten nichts als das ſtür⸗ miſche Klopfen ihrer Herzen, ſie ſahen nichts, als ihre beiden bleichen, tiefbewegten Geſichter.
Ja, Deine Mutter iſt es, welche zu Dir kommt! ſagte die bleiche, hohe Frauengeſtalt, Deine Mutter, welche einſt feierlich gelobt hat, niemals wieder die Schwelle Deines Hauſes zu überſchreiten, niemals wieder Dir ihr Haus zu öffnen! Aber ein Mutterherz kann nicht ewig zürnen, es verzeiht ſelbſt dem Verbrecher! Ich komme, mein Sohn, um Dir meine Vergebung zu bringen! Ich komme, um Dich zu warnen, um Dich zu retten, wenn ich es noch vermag!
Der junge Graf antwortete noch immer nicht. Er war wie ent⸗ ſetzt zurückgewichen von ſeiner Mutter, und ſchaute ſie jetzt aus der Ferne mit ſtarren, traurigen Blicken an. Ihre Worte machten kein
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