Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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Saal. Die Gräſin Baillou ſtand neben der Portière und empfing ihn mit einem Lächeln.

Ich habe Alles gehört, ſagte ſie, ihm leicht mit dem Finger dro⸗ hend, aber ich erkläre, daß ich dieſes Rendezvous im Halbdunkel des Cabinets nicht dulden werde. Haben Sie die Güte, mein Jupiter, dieſe geheimnißvolle Schöne hier im Saal beim Glanz des Kerzen⸗ lichtes zu empfangen, und mich in das Boudoir eintreten zu laſſen. Das iſt weniger gefährlich für uns Alle und erlaubt uns, das Antlitz dieſer Dame zu erkennen, die es wagt, ihre Tugend und Unſchuld hierher in den Löwenrachen zu tragen! Ich ahne, wer die Dame iſt, und es gelüſtet mich, die ſtolze Spröde einmal in der Nähe zu ſehen!

Sie meinen, daß es Rahel Eskeles iſt? fragte der Graf.

Gräfin Baillou nickte. Sie kommt ohne Zweifel, um ihres Geliebten Verzeihung anzuflehen für die Schmach, welche ihr Vater ihm angethan! Fort alſo! Eile der Dame entgegen, Carlo, und führe ſie hier herein, während ich mich in das Cabinet hier flüchte. Aber ſei auf Deiner Hut, denn ſobald ich Gefahr für mich wittere, trete ich zwiſchen Euch!

Sie nickte dem Grafen lachend zu und trat in das Cabinet ein, die Portière ſorgſam hinter ſich zuziehend. Graf Podſtadzky aber eilte nach der Thür des Salons und begegnete an derſelben dieſer geheimnißvollen Unbekannten, die eben, gefolgt von dem Haushof⸗ meiſter, den Corridor herauf ſchritt.

V. Mutter und Sohn. Mit einer nachläſſigen Verbeugung und einem leichtfertigen Lächeln

bot der Graf der Unbekannten, deren ganze Geſtalt ein ſchwarzer Mantel verhüllte, deren Geſicht ſich unter dichten ſchwarzen Schleiern