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die Götter im Olymp, wenn ſte ſie hörten, in ein homeriſches Ge⸗ lächter ausbrechen müßten?
Du haſt Recht, Arabella, rief der Graf ſchnell erheitert, es iſt eine Geſchichte zum Lachen, und daß der Kaiſer meine Einladung angenommen, das iſt das Schild der Meduſa, welches wir unſern Gläubigern vorhalten wollen und welches ſie verſteinern wird.
Gläubiger! ſagte ſie achſelzuckend, haben wir denn Gläubiger?
Leider haben wir deren, rief der Graf lachend. Die guten Schafe ſind willig hineingegangen in die Netze, die wir ihnen geſtellt. Die bezahlten Rechnungen des erſten Vierteljahrs haben ſie ſicher gemacht, und uns einen unbegrenzten Credit eröffnet. Ach, Arabella, tritt doch einmal hinein in die Reihe dieſer Säle, ſchau auf die fürſtliche Pracht, die uns umgiebt, auf die funfzig Lakayen, die da unten in ihren goldſtrotzenden Livréen meiner Gäſte harren, auf meinen Mar⸗ ſtall, in dem zwanzig der köſtlichſten Pferde ſtehen, in meine Küchen, in denen franzöſiſche Köche ein Heer von Küchenjungen commandiren und Speiſen für unſere Tafel bereiten, Speiſen, von denen eine Schüſſel oft mehr als fünfhundert Gulden koſtet, und endlich ſieh auf mein Gewand, das mit ſeinen Brillanten wohl funfzigtauſend Gulden werth iſt,“*) und auf Deinen Schmuck, der ebenſo viel gilt. Und dies Alles, mein holder Engel, dies Alles gehört uns, und iſt doch das Eigenthum dieſer guten Schafe, die ſo dumm waren, ſich von uns überliſten zu laſſen, und welche dafür den Ehrentitel„Gläubiger des Grafen Liechtenſtein“ gewonnen haben!
Ein wahrer Edelmann muß Schulden haben, ſagte die Gräfin lächelnd. Haben nicht die Fürſten Lobkowitz, Schönborn, Colloredo und wie ſie Alle heißen mögen, Schulden, die noch ungeheuerlicher ſind als ihre Einkünfte, umlagern nicht tauſende von Gläubigern ihre Paläſte, daß ſelbſt das Heer ihrer Lakayen kaum im Stande iſt, ſte von der Thür ihres Herrn zurückzuhalten? Ein ordentlicher Ca⸗ valier muß Schulden haben, und je mehr Gläubiger er hat, deſto
*) Solche koſtbaren Herrentoilettten waren damals nichts Seltenes. Bei einem der Hoffeſte zum Beiſpiel trug der Graf Palm ein Gewand, das ſiebenzig⸗ tauſend Gulden gekoſtet hatte, und der Fürſt Lichtenſtein eine Uniform, die über hunderttauſeud Gulden Werth hatte.


