Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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Sie lachte wieder laut und ſpöttiſch, und doch lag etwas finſter Drohendes in ihren Augen. Du empfindeſt, daß Du ein Herz haſt, Carlo? Du haſt davon gerade ſo viel wie der Haſe, der immer in der Ferne das Knallen der Flinte zu hören glaubt und davon rennt, noch bevor der Jäger ſichtbar iſt!

Du ſtehſt indeſſen, Arabella, rief der Graf lachend, ich bin nicht davon gerannt, ich bin hier geblieben, obwohl mir zuweilen iſt, als ob ich ſchon ganz nahe an meinem Ohr das Knallen des mörderiſchen Gewehrs vernähme, und als ob der Jäger, der mich erlegen wird, ſchon dicht hinter mir ſtände!

Haſenphantaſie, ſagte ſte achſelzuckend. Sieh doch um Dich, Carlo, gedenke doch daran, was wir waren, und was wir jetzt ſind. Alle unſere Pläne ſind geglückt, unſere kühnſten Wünſche haben ſich erfüllt.

Wir tanzen über einem Abgrund, den wir uns mit Blumen über⸗ deckt haben, murmelte er leiſe.

Aber wir tanzen doch, ſagte ſte lachend, und je länger wir tanzen, deſto weiter werden wir uns von dem Abgrund entfernen, bis wir uns endlich hinein tanzen in den Hafen des Glückes, der Sicherheit und des Reichthums.

Ah, Du ſpotteſt meiner, Arabella, ſagte er düſter. Ich fürchte, ich habe mich verrechnet, nnd meine Pläne werden dereinſt als meine Ankläger wider mich aufſtehen! 2

Haſenphantaſie! ſagte ſie wieder, aber dies Mal nicht mehr lächelnd, ſondern verächtlich und zürnend. Anfangs warſt Du ſo kühn, ſo ſiegesgewiß, und jetzt zitterſt Du? Und doch begünſtigt das Glück jeden unſerer Schritte, doch leben wir in ſeinem vollen Sonnenſchein und kein Schatten des Mißtrauens umdüſtert unſere

hellen Lichtgeſtalten. Jedermann bewundert, liebt und beneidet uns, Jedermann drängt ſich zu unſern Feſten und ſelbſt der Kaiſer verliebt ſich in die ſchöne Gräfin Baillou, und hält es nicht unter ſeiner Würde, das Hoôtel des Grafen Podſtadzky Liechtenſtein zu beſuchen und Theil zu nehmen an dem Feſt, von welchem ganz Wien ſeit acht Tagen ſpricht, und dem die Gräfin Baillou als Dame Patroneß vor⸗

ſtehen wird! Oh, Carlo, iſt das nicht eine Geſchichte, über welche

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