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lich ſolche närriſchen Thoren, ſich von einer ſchönen Larve blenden zu laſſen, und um ein paar ſchöner Augen willen ihre Beſonnenheit und Nüchternheit zu verlieren.
Und Du, mein Engel, meine Fee, Du läßt ſie alle grauſam zu Deinen Füßen ſchmachten und erhörſt keinen von allen Deinen An⸗ betern! Das iſt es gerade, was ſie unwiderſtehlich an Dich feſſelt, was ſie zu Deinen Sclaven, Dich zu ihrer Herrin macht, daß Du ihnen nicht die kleinſte Gunſt gewährſt! Oh, Arabella, und ich Glückſeliger, Beneidenswerther, ich allein bin es, den Du begnadigſt mit Deiner Gunſt, für mich allein hat dieſe ſtolze, ſtegreiche Gräfin Baillou ein Herz!
Ein Herz! rief ſte mit einem lauten, ſpöttiſchen Lachen. Glaubſt Du noch an ſolche alberne Chimäre, Carlo? Du irrſt, mein armer Freund, ich habe kein Herz, ich habe keine Liebe, und an der Stelle, wo bei andern Frauen ein Herz ſchlagen mag, da ſind bei mir aller⸗ liebſte kleine Barren von Gold und Silber aufgehäuft, und ſtatt der Liebesſeufzer flüſtern meine Lippen Zahlen, Zahlen, nichts als Zahlen! Sechs Millionen, ſieben Millionen, acht Millionen, das ſind die Seufzer meiner Liebe!
Einſt warſt Du anders, Arabella, einſt ſah ich Dein Antlitz in Liebe leuchten, hörte ich Deinen Mund Worte der Liebe, der Ver⸗ zweiflung flüſtern!
Einſt! Du ſprichſt von meinem vergangenen Leben, von den Tagen, die jenſeits des kalten Tiberſtromes lagen. Still von ihnen! Die Arabella, die ich damals war, liegt in der Tiber begraben, und jener Thörin, die an Liebe, an Treue, an Glück und Unſchuld glaubte, iſt damit ganz Recht geſchehen. Die Gräfin Baillou hat nichts ge⸗ mein mit ihr. Sie iſt in der Tiber getauft für die Welt der Sünde, des Verrathes, des Egoismus, der Lüge und des Verbrechens, und Du, Carlo, Du haſt bei ihrer Taufe Gevatter geſtanden, Du haſt die neue Weltbürgerin unterrichtet in der Kunſt des Lebens, und jetzt, Du allzu empfindſamer Lehrer, jetzt verlangſt Du auf einmal von Deiner Schülerin, daß ſie noch ein Herz habe!
Das kommt daher, daß Deine unvergleichliche Schönheit, Deine Anmuth und Liebenswürdigkeit mich plötzlich hat empfinden laſſen, daß ich noch ein Herz habe, Arabella.


