Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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vor ſich gehabt, fand ſich auf einmal entnüchtert und fröſtelnd auf der kalten, feuchten Straße, und blickte faſt grollend nach den Thüren des Hôtels, hinter denen die wunderbare Lichterſcheinung verſchwun⸗ den war. 4

Sie ſahen nicht mehr, wie die reizende Frau jetzt an dem Fuß der Treppe von dem jungen Grafen Podſtadzky empfangen ward, der athemlos die breite, wundervoll geſchmückte, von duftenden Wachs⸗ fackeln erhellte Treppe herunter eilte, und ſich tief und demüthig vor der ſchönen Frau verneigte.

Sie dankte ihm nur mit einem Lächeln und nahm ſeinen Arm, um ſich von ihm die Treppe hinauf führen zu laſſen in die obern Säle. Schweigend ſchritt ſie an ſeiner Seite dahin, und auch der junge Graf ſchien, befangen und zerſtreut, kein Wort der Anrede finden zu können. Schweigend traten ſie in den Vorſaal, und ihn durchſchreitend in die lange Reihe dieſer ſtrahlenden, mit wahrhaft fürſtlicher Pracht ausgeſtatteten Säle ein. Aber weder der Graf noch ſeine Begleiterin hatten einen Blick, einen Gedanken für dieſe Pracht, welche ſie umgab; wie von Einem Wunſch geleitet, wandten ſte ihre Schritte dieſem kleinen halbdunkeln Cabinet zu, das da neben dem großen Empfangsſaal ſich befand.

In demſelben angelangt, ließ der Graf die ſchweren Sammet⸗ portièren vor der Thür niederfallen, und dann noch ſchaute er mit einem ſcheuen, raſchen Blick in dem Cabinet umher, als müſſe er ſich überzeugen, daß ſie wirklich allein ſeien.

Keine Furcht, Carlo, flüſterte die Gräfin Baillou mit einem ſeltſamen Lächeln, wir ſind allein, Niemand hört uns! Du kannſt mir ungehindert ſagen, daß ich bezaubernd ſchön bin, denn daß Du das ſagen wollteſt, leſe ich in Deinen Augen.

Meine Augen können eben ſo wenig als meine Lippen nur den hundertſten Theil von dem Entzücken ſagen, das mein Herz bei Dei⸗ nem Anblick erfüllt, Arabella, ſagte der Graf, die reizende Frau mit leuchtenden Blicken anſchauend. Du biſt ſo ſchön, Arabella, daß es mir ſcheint, die Frauen müſſen Dich haſſen, und die Männer müſſen

bezaubert von Dir ſein und Dir Alles gewähren, was Du nur

fordern möchteſt! Sie thun es auch, Carlo, ſagte die Gräfin ſtolz.

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