Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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nicht ein eifernder und bigotter, ſondern ein erbarmender und humaner Chriſt ſind, und daß—

Nein, unterbrach ihn der Kaiſer lächelnd, ſagen Sie Ihren Bauern nichts davon, wiederholen Sie zu Niemanden, was ich Ihnen hier geſagt! Die Böswilligen würden Ihnen doch nicht glauben, oder ſie würden vermeinen, ich habe nur ſo geſprochen, um ihre Verleumdungen zu widerlegen. Die Gutgeſinnten aber werden auch ohne dies an mich glauben und meinen Thaten vertrauen, wenn ſie auch meine Worte nicht hören können! Ich will aber mein Volk nicht mit Worten, ſondern mit Thaten glücklich machen, und etwas werden meine Feinde doch wohl daran übrig laſſen müſſen! Gehen Sie alſo, mein ehr⸗ würdiger Freund, erziehen Sie mir gute Chriſten, und für alles Uebrige laſſen wir Gott ſorgen! Beten Sie zu ihm, daß er mit mir iſt und ſeine Hand nicht von mir ziehe!

Ich werde zu ihm beten, daß er die Augen der Menſchen öffne, und ihre Herzen erſchließe, damit ſie erkennen, welch einen edlen gottesfürchtigen und großmüthigen Fürſten Gott ihnen gegeben hat, rief der Pfarrer tief bewegt, indem er ſich der Thür zuwandte. Der Kaiſer begleitete ihn bis zu der Schwelle, und erſt, als der Pfarrer den Controlorgang durchſchritten, hieß Joſeph den Nächſtfolgenden eintreten.

Es war ein alter Huſaren⸗Rittmeiſter mit martialiſchem Geſicht und kräftigem weißem Schnurrbart, der ſich jetzt dem Katſer darſtellte, und mit militairiſchem Gruß ſich neben der Thür des Cabinets aufſtellte.

Joſeph winkte ihm näher zu treten, und fragte freundlich nach ſeinem Begehr.

Ich komme, Ew. Majeſtät zu bitten, daß Sie mir die Penſion von dreihundert Gulden, welche mir die hochſelige Kaiſerin als Zu⸗ lage zu meiner Penſton bewilligt hat, auch ſerner belaſſen möchten, ſagte der alte Krieger faſt unwillig.

Oh, rief der Kaiſer lächelnd, Sie haben eine Penſion aus dem Kammerbeutel gehabt, und wollen die auch ferner behalten? Aber das wird unmöglich ſein, mein Herr Rittmeiſter. Der Kammerbeutel der Kaiſerin Maria Thereſia, welche in der Großmuth ihres Herzens Jedermann, der ſte darum bat, wenn er auch ſonſt keine Verdienſte