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hatten, geſtorben waren, ließ man ihre Stellen eingehen, weil die Dorfleute, die überaus arm ſind, die Abgaben zum Unterhalt eines Prieſters nicht mehr erſchwingen konnten, und die Obrigkeit wollte die Koſten nicht tragen! So kamen die beiden Ortſchaften an mich!
So kamen die beiden Ortſchaften an Sie? wiederholte der Kaiſer, ſeine Hand ſanft auf die Schulter des Greiſes legend und ihm tief gerührt in das ſanfte, ehrwürdige Antlitz ſchauend. Und Sie über⸗ nahmen bei Ihren funfzig Gulden Gehalt die neuen beiden Aemter ohne allen Vortheil und Gewinn? Das iſt edel und brav, das iſt gehandelt im Sinn und Geiſt der wahren chriſtlichen Liebe, und ich danke Ihnen dafür im Namen meiner Unterthanen, denen Sie mit Ihrer edlen Liebe beigeſtanden. Es iſt niemals mein Wille geweſen, daß die Pfründen von der Gemeinde ſollten erhalten werden, weil der Seelſorger dadurch die Liebe und Achtung ſeiner Gemeinde ver⸗ liert. Wie kann ich aber auf treue und gute Unterthanen hoffen, wenn für ihr Seelenheil nicht gut geſorgt wird, und wenn ſie in den heiligſten Pflichten ihres Lebens, die der Grundſtein ihres bürger⸗ lichen Gehorſams ſind, nicht genügend unterrichtet werden können, weil ihrer zu Viele ſind und der Pfarrer nicht Zeit hat, ſie zu unter⸗ richten! Drei Ortſchaften und Ein Pfarrer! Ich bitte Sie, eilen Sie nach der Kurie! Ich kann den Gedanken nicht ertragen, daß vielleicht ſchon ſo manche meiner Unterthanen, wie Sie Selbſt ſagen und wie das unvermeidlich war, ohne geiſtlichen Beiſtand geſtorben ſind. Eilen Sie und nehmen Sie Sich zwei Gehülfen mit, ich werde für Alles ſorgen! Eilen Sie!
Ich eile, Sire, aber nur geſtatten mir Ew. Majeſtät, Ihnen aus tiefſter Seele zu danken für dieſe Wohlthat, die Sie meiner armen Gemeinde erwieſen, und Ihnen zu verſprechen, daß ich, was an mir liegt, Ihnen gehorſame, fromme und gute Unterthanen erziehen will! Oh, ſie werden Ew. Majeſtät lieben, ſie werden nichts mehr glauben von dem, was die Zeloten und Eiferer ſagen, die Ew. Majeſtät als einen Ungläubigen und Gottesleugner ſchildern, und die Herzen Ihrer Unterthanen von Ihnen abwenden möchten. Ich werde meiner Ge⸗ meinde Ew. Majeſtät ſchildern, wie Sie ſind, ſo edel, menſchenfreund⸗ lich und gut; ich werde ihnen die Worte wiederholen, die Euer Majeſtät zu mir geſprochen, ich werde ihnen ſagen, daß Ew. Majeſtät
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