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Neben dieſe Namen mußten diejenigen, welche die Briefe erhielten, bei Empfang derſelben eine Beſcheinigung hinzufügen, und dieſer OQuittungsbogen der Beſtellungen mußte alsdann an jedem nächſten Morgen dem Kaiſer vorgelegt werden.
Aber dieſer regelmäßige Gang der Geſchäfte hatte dem Kaiſer ſeit ſeiner Rückkehr aus den Niederlanden nicht genügt. Die Reſcripte, Bittſchriften und Vorlagen hatten ſich während ſeiner Abweſenheit zu Bergen angehäuft, alſo mußte auch die Arbeit verdoppelt werden, um dieſe Berge abzutragen. Da die Tage nicht dazu genügten, mußte die Nacht zu Hülfe genommen werden.
Der Kaiſer, in dem Eifer ſeiner raſtloſen Thätigkeit, empfand gar keine Erſchöpfung, keine Abſpannung, ſein Auge leuchtete nach dieſer langen, angeſtrengten Nacht noch ebenſo hell und klar, ſein Geiſt war noch ebenſo friſch und kühn, und erſt, als das letzte Acten⸗ ſtück abgefertigt war, erhob ſich der Kaiſer von ſeinem Schreibtiſch und machte einige Gänge im Zimmer auf und ab, während Günther mit eiliger Hand die Papiere zuſammenlegte, und ſie in die Mappe that.
Der Kaiſer hatte ihm, ohne daß der junge Mann es gewahrte, zugeſehen, und blieb jetzt, mitten in ſeinem Gang durch das Zimmer, vor ihm ſtehen.
Günther, ſagte er, Sie ſehen leidend und blaß aus? Was fehlt Ihnen?
Der junge Mann hob die Blicke langſam zu dem Kaiſer empor, und ein trübes Lächeln trat auf ſeine Lippen. Sire, ſagte er, mir fehlt gewiß nichts als ein wenig Schlaf, und nur davon bin ich blaß.
Das iſt nicht wahr, ſagte der Kaiſer ruhig, Sie verleumden Sich Selbſt, wenn Sie ſo ſprechen, denn Sie ſind der beſte und un⸗ ermüdlichſte Arbeiter, und niemals noch habe ich Sie erſchöpft und unluſtig geſehen. Ach, ſehen Sie wohl, Sie ſchlagen vor meinen Blicken die Augen nieder! Sie verbergen mir Etwas, Günther! Wie? Haben Sie kein Vertrauen mehr zu mir, mein Freund?
Ich habe zu Ew. Majeſtät das heiligſte und freudigſte Vertrauen, ſagte Günther ernſt, aber, wenn denn Ew. Majeſtät die Wahrheit wiſſen wollen, ich ängſtige mich um Sie!
Der Kaiſer ſah ihn erſtaunt an. Sie ängſtigen Sich um mich? wiederholte er erſtaunt. Und weshalb dieſe Angſt, Günther?
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