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dor zurückgeben, und die mit demſelben früher abgeſchloſſene Conven⸗ tion für nichtig und erloſchen erklären.
Das war das Ende eines Krieges, der Preußen neunundzwanzig Millionen Thaler und durch Krankheit und Elend mehr Menſchen gekoſtet hatte, als eine große Schlacht der Opfer fordert. Das war das Ende eines Krieges, der Oeſterreich viel Niederlagen und Demüthi⸗ gungen eingetragen, und auf viele Jahre hinaus ſeine böhmiſchen Provinzen, in denen die Preußen mit wilder Barbarei gehauſt, zu Grunde gerichtet hatte!
Und dennoch freute ſich ganz Wien der Kunde des in Teſchen abgeſchloſſenen Waffenſtillſtands, und dennoch nahm Maria Thereſta mit ſtrahlendem Angeſicht die doppelten Glückwünſche an, mit denen man ihr zu ihrem Namenstag und zu dem Friedensſchluß gratulirte. Die Geſandten aller europäiſchen Höfe waren heute in ihren Galla⸗ Uniformen zur Kaiſerburg gefahren, um der Kaiſerin zu huldigen, und das Volk, welches ſich zu vielen Tauſenden vor dem Schloß auf⸗ geſtellt hatte, begrüßte jeden der Geſandten mit lautem Freudengruß und brachte der Kaiſerin, der„Friedensmutter“, jauchzende Vivats aus.
So oft Maria Thereſia, welche im vollen kaiſerlichen Ornat, mit der Krone auf dem Haupt, in dem großen Audienz⸗Saal die Cour der Geſandten und der hohen Ariſtocratie empfing, dieſes Jubelrufen des Volks vernahm, verklärte ſich ihr Geſicht und ein freudiger Glanz leuchtete in ihren Augen auf. Aber immer wieder ſenkte ſich alsdann ein trüber Schatten auf ihre Stirn nieder, und immer wieder wandten ſich ihre Augen mit einem ängſtlichen, erwartungsvollen Ausdruck der Thür zu.
Das machte, die Kaiſerin vermißte an dieſem ihrem Ehrentag an ihrer Seite den Kaiſer, ihren Sohn. Seit drei Monaten war er heimgekehrt nach Wien, und nicht Ein Wort der Verſtändigung, des Mißfallens oder der Uebereinſtimmung war zwiſchen Mutter und Sohn gewechſelt worden. Gefliſſentlich hatte der Kaiſer es vermieden, mit Maria Thereſia allein zu ſein, niemals war er ſeit ſeiner Rückkehr im Staatsrath erſchienen, und wenn man ihm Verfügungen und Dokumente zur Unterſchrift vorgelegt, ſo hatte er ſie, nachdem er ge⸗ ſehen, daß ſie ſchon die Unterſchrift der Kaiſerin trugen, ſchweigend, ohne irgend eine Bemerkung, einen Widerſpruch unterzeichnet.
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