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Sind Sie durch's Lager gekommen? fragte der König nach einer Pauſe.
Ja, Sire!
Haben Sie den Jubel meiner Soldaten gehört? Hat man Ihnen geſagt, daß ich morgen über die Elbe gehen will, um Ihrem Kaiſer eine Schlacht anzubieten, und daß ich meinen Generälen ſchon ihre Ordres ertheilt habe?
Ja, Sire, ich habe Alles das geſehen und gehört!
Und in dem Augenblick, wo ich den entſcheidenden Kampf beginnen will, wo meine Soldaten jauchzen vor Kampfesluſt, kommen Sie und verlangen Waffenſtillſtand. Sie ſehen, daß ich nur aus perſönlicher Rückſicht auf die Wünſche der Kaiſerin mich jetzt noch entſchließen könnte, ihr zu willfahren und den Waffenſtillſtand anzunehmen, und daß Sie mir im Namen Ihrer Monarchin einige Garantien für einen für mich und für Deutſchland ehrenvollen Frieden geben müſſen. Laſſen Sie alſo hören.
Baron Thugut nahm jetzt ſeine Acten, die er auf den Tiſch vor dem König hinlegte, und die diplomatiſchen Unterhandlungen begannen.
Es war eine lange Unterredung, welche der König mit dem heim⸗ lichen Geſandten der Kaiſerin hatte, und als nach derſelben der König den Baron Thugut entließ, ſagte er, leicht mit dem Kopfe nickend: Nun wohl denn, ich will der Kaiſerin dieſes Opfer bringen. Ich nehme den Waffenſtillſtand an, und ſtatt morgen, wie ich beabſichtigte, vorwärts über die Elbe zu gehen, werde ich morgen rückwärts nach Schleſien gehen, und meine Armee die Winterquartiere einnehmen laſſen.
Und Ew. Majeſtät verſprechen gnädigſt, der Kaiſerin Königin billige Friedensbedingungen zu machen und dieſelben dem ruſſiſchen Geſandten Fürſten Repnin mitzutheilen?
Ich verſpreche es, und die Kaiſerin Königin möge feſt auf die Erfüllung meines Verſprechens rechnen! Leben Sie wohl!
Der Geſandte wandte ſich der Thür zu, aber ſchon im Begriff dieſelbe zu öffnen, ward er vom König zurückgerufen.
Herr Baron, ſagte der König mit einem eigenthümlichen Lächeln, indem er auf den Bindfaden deutete, welcher von den Akten abgefallen und auf dem Tiſch des Königs zurückgeblieben war, Herr Baron, Sie


