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finden. Gott Mars muß einmal ein Auge zudrücken und mir meine ſtebenundſechszig Jahre in Gnaden verzeihen! Heute will ich einen Proberitt machen, damit mein alter Leib es inne wird, daß die Zeit träger Ruhe vorüber iſt! Zu Pferde alſo! Der General⸗Major von Keller ſoll uns die Uebergangsſtelle an der Elbe zeigen.
XI. Der Abſchied von der Flöte.
Wenige Minuten ſpäter ſtanden die Pferde des Königs und ſeiner Suite bereit, und Friedrich ſchritt lebhaft hinaus, um ſich in den Sattel zu ſchwingen. In jugendlicher Haſt trat er heran und hob den Fuß empor, aber dann flog ein ſchmerzhaftes Zucken durch ſeine Geſtalt, und er mußte den Fuß wieder ſinken laſſen.
Der Heldengeiſt hatte des Körpers vergeſſen und der Gicht, die ihn ſeit einigen Wochen wieder plagte. Aber der kranke Körper war jetzt doch mächtiger als der kühne Geiſt, der ihn bewohnte und lähmte ſeine Schwingen.
Friedrich mußte es ſich gefallen laſſen, von ſeinen Lakayen auf ſein Pferd gehoben und auf den Sattel gebracht zu werden. Aber einmal im Sattel und die Füße in den Bügeln, drückte er ſeinem Pferde ſo heftig die Flanken, daß es hoch aufbäumte und im raſenden Galopp vorwärts jagte.
Vielleicht hatte der König, indem er das that, einer augenblick⸗ lichen Regung ſeines Zorns über ſeine eigene Hinfälligkeit nachge⸗ geben, vielleicht wollte er ſeinen Begleitern beweiſen, daß er noch immer der kühne und gewandte Reiter von ehemals ſei.
Aber wieder hatte er nicht an ſein Alter und ſeine Hinfälligkeit gedacht, und wieder erinnerten die heftigen Schmerzen ihn daran, die ihm die raſche Bewegung ſeines Pferdes verurſachte.
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