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ſie verlangen nur, daß man für ihre Pferde ſorgt. Sie haben Recht! Weshalb ſorgen meine Herrn Generäle nicht dafür, daß Ordnung herrſcht, und daß meine Soldaten gehörig verproviantirt ſind. Warum läßt man nicht beſſer fouragiren?
Sire, wagte einer der Generäle zu ſagen, alles Fouragiren in dieſer Gegend iſt unnütz. Wir haben auf Befehl Eurer Majeſtät fouragirt, ſo lange es noch ein Heubündel, eine gefüllte Scheune, oder Rauchkammer und Küche gab. Jetzt gleicht die ganze Gegend rings umher einer öden Wüſte.
Der König ſchaute den kühnen Sprecher mit zornblitzenden Augen an. Leere Ausflüchte, rief er rauh und mit jener Verſtimmung, welche ihn ſeit Beginn dieſes Feldzugs niemals verlaſſen hatte. Ihr ſeid es, die meinen Soldaten die Fourage entzieht, und während Eure Pferde im Ueberfluß ſchwelgen, müſſen die Pferde meiner armen Sol⸗ daten verhungern.
Aber Ew. Majeſtät—
Kein aber! Ich weiß, daß es ſo iſt, und ich befehle daher, daß die Herrn Generäle, Adjutanten und Stabsofficiere meiner Suite ſofort alle die Fourage, die ſich bei ihnen findet, hierher vor die Thür meines Quartiers ſchaffen laſſen. Die Soldaten der reitenden Artillerie da ſollen ſo lange hier ſtehen bleiben und warten, bis die Fourage kommt, damit ſie davon ausgetheilt bekommen.*) Seid Ihr's zufrieden, Kinder?
Ja, Herr König, wir ſind's zufrieden! riefen die Soldaten wild durcheinander, jubelnd, lachend und fröhlichen Muthes, wie man ſtie lange nicht geſehen.
Aber mit düſtern Geſichtern, mit finſtern Mienen ſtanden die Generäle da, tief ergriffen von dem unerwarteten und demüthigenden Befehl, den der König erlaſſen.
Friedrich indeſſen ſchien die Verſtimmung ſeiner Generäle gar nicht zu gewahren. Er ſtand, auf ſeinen Krückſtock gelehnt, den Hut tief in die Augen gedrückt, und ſchaute zur Erde nieder. Nur zu⸗ weilen, wenn ein Soldat, mit einem Heubündel beladen, daher kam, und ihn vor der Thür ablud, warf der König einen raſchen Blick darauf hin und ſenkte ihn dann ſchnell wieder nieder.
*) Dohm’s Denkwürdigkeiten. Th. I, S. 158.
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