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zu dem eintretenden Kammerhuſaren. Man öffne ihm die Thüren, daß er hinaus gehen kann!
Herr von Schrötter ſtieß einen tiefen, ſchmerzlichen Seufzer aus, und einen langen, traurigen Blick auf die Kaiſerin werfend, verneigte er ſich tief und trat dann ſchwankenden Schrittes und todesbleich in den Vorſaal zurück.
Maria Thereſia ſchaute ihm nach, bis die Thür ſich hinter ſeiner hohen, gebeugten Geſtalt geſchloſſen hatte, dann ſagte ſie aufathmend: Ah, das hat mir wohl gethan, und ich fühle mich leicht und frei, wie ich's ſeit langer Zeit nit geweſen bin. Und jetzt, da ich mir die Laſt des Zorns von meiner Seel' herunter gewälzt hab', jetzt werd' ich auch wieder inbrünſtigen und demüthigen Herzens zu meinem Herrgott beten und ihn in Demuth und Unterwürfigkeit anflehen können, daß er mir ſeinen Segen geb', daß das wohl gedeih', was ich heute unternommen hab'. Ja, beten will ich, und ſogleich! Eine Meſſ' will ich hören, meine ganze Seele ſehnt ſich darnach!
Sie ſchellte die Diener herbei, und befahl ihren Hofſtaat zu⸗ ſammenzurufen, und den Hauscaplan zu benachrichtigen, daß die Kaiſerin ſofort eine Meſſe zu celebriren wünſche.
Eine Viertelſtunde ſpäter begab ſich Maria Thereſia, gefolgt von ihren Damen, in den neben ihrem Wohnzimmer belegenen kleinen Vorſaal. Nichts war in demſelben enthalten als einige Betpulte, und über dem großen Marienbilde da drüben brannte eine nie ver⸗ löſchende Lampe. Maria Thereſia ging feierlichen Schrittes zu dem erſten der Betpulte hin und ließ ſich langſam auf demſelben nieder⸗ gleiten. Die Hofdamen knieten vor den andern Schemeln und hinter ihnen die minder hochgeſtellten Dienerinnen. Eine tiefe Stille trat ein, man hörte nichts als die leiſe gemurmelten Gebete der Kaiſerin und ihrer Frauen. Auf einmal ließ ſich ein Ton vernehmen gleich dem Ton des Glöckleins in der heiligen Meſſe, ein ſchrillendes Ge⸗ räuſch folgte, wie von unſichtbaren Geiſterhänden fortgeſchoben öffnete ſich auf einmal der mittlere leer gelaſſene Raum des kleinen Saals und verſchwand ſeitwärts unter dem getäfelten Fußboden, auf dem die Kaiſerin mit ihren Damen knieete. Durch den weiten nun geöffneten Raum befand man ſich plötzlich jetzt auf dem hohen Chor der neuen kaiſerlichen Hauscapelle. Drunten vor dem Altar ſtand der Prieſter,


