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Nichts unterbrach die Stille des öden kleinen Gemachs, als zu⸗ weilen das Schmettern der Fanfaren, oder das fröhliche Jubeln der an dem Fenſter vorüberziehenden Soldaten, die aus ihren fernen Stations⸗ orten ſo eben im Hauptquartiere von Königsgrätz anlangten.
Lacy, ſagte der Kaiſer nach einer langen Pauſe, ich beſchwöre Sie, legen Sie Ihre Karten und Pläne bei Seite, und laſſen Sie mich ein Wort des Troſtes, der Beruhigung hören!
Der Feldmarſchall legte ſofort ſeine Papiere nieder und ſtand auf. Ew. Majeſtät hatten mir indeß befohlen, genau die Stellung, welche der König von Preußen jenſeits der Elbe bei Welsdorf ein⸗ nimmt, und die Stellung des Prinzen Heinrich bei Nienburg auf unſeren Karten zu verzeichnen.
Ich weiß, ich weiß, rief der Kaiſer ungeduldig. Aber wozu dieſe Stellung verzeichnen, da ſowohl der König als der Prinz Heinrich, ſo Gott will, morgen ſchon ihre Poſitionen ändern und weiter vor⸗ dringen werden.
Ew. Majeſtät glauben, daß der König angreifen wird? ſagte Lacy kopfſchüttelnd.
Ich bin davon überzeugt!
Und ich bezweifle es; ich glaube, daß es durchaus nicht in dem Plan des Königs liegt, es zu einer Schlacht kommen zu laſſen, ſondern daß er ſuchen wird, eine ſolche möglichſt zu vermeiden!
Weshalb ſollte der König aber alsdann überhaupt die Feind⸗ ſeligkeiten begonnen haben? fragte Joſeph haſtig. Erinnern Sie ſich nur, daß Er es iſt, welcher, obwohl der Churfürſt von Baiern ſelbſt uns ſeine Lande abzutreten bereit iſt, es nicht dulden will, im Namen des Herzogs von Zweibrücken und Deutſchlands dagegen proteſtirte und uns mit einer Armee entgegen gerückt iſt. Weshalb alſo ſollte er dies Alles thun, wenn er jetzt den Kampf vermeiden wollte?
Er hat dies Alles gethan, weil er ſehr gute Spione in Wien beſoldet, ſagte Lacy achſelzuckend, und weil ihm dieſe Spione berichtet haben, daß Maria Thereſia durchaus nicht geneigt iſt zum Kriege, und daß ſie Alles thun wird, um denſelben zu vermeiden. Er hat es gethan, weil er gehofft hat, daß das Schmettern ſeiner Fanfaren und das Marſchiren ſeiner Truppen noch immer genügt, um Schrecken und Furcht im Oeſterreichiſchen Heer zu verbreiten.


