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die Kaiſerin einige Ediete erlaſſe, welche ihre Unterthanen und die ganze Welt von dem Stand der Dinge und von ihrem Recht in Kenntniß ſetze. Ich habe dieſe Edicte vorläufig ſchon aufgezeichnet und ſie haben die Billigung Sr. Majeſtät bereits erhalten. Es fehlt nur noch die Genehmigung und die Unterſchrift Eurer Majeſtät.
Und der Fürſt zog aus ſeinem großen Muff ein Papier hervor, das er der Kaiſerin darreichte. Maria Thereſta nahm es feufzend und überflog das Geſchriebene mit flüchtigen Blicken.
Es iſt nur eine kurze gedrungene Auseinanderſetzung der recht⸗ mäßigen Anſprüche Oeſterreich's auf Baiern, ſagte Joſeph haſtig.
Ich ſehe es wohl, ſeufzte die Kaiſerin, Ihr habt's verſtanden, die Rechtmäßigkeit auf dem Papier zu beweiſen, Gott gebe, daß Ihr's auch im Leben könnt! Aber ich will Eure Edicte unterzeichnen, und Euch den Willen thun! Ueber Euch Zwei komme das Blut meiner Unterthanen, wenn die Sache mißlingt!
Sie griff haſtig nach der Feder, welche Kaunitz ihr darreichte, und ſchrieb mit feſten energiſchen Zügen ihren Namen unter das Papier.
Jetzt, rief Joſeph aufjauchend, jetzt iſt Baiern unſer Eigenthum!
Ja, auf dem Papier! ſagte die Kaiſerin ſeufzend. Wer weiß, ob es jemals in Wirklichkeit dahin kommen wird!
II. Ein Blatt aus der Geſchichte.
Maria Thereſia's ſchlimme Befürchtungen ſollten nur zu bald zur Wahrheit werden, und die öſterreichiſchen Regimenter, welche Nieder⸗ baiern beſetzten, gaben das Signal zu einem Krieg, der nicht bloß alle Höfe und alle Diplomaten, ſondern auch alle Federn der Juriſten und der politiſchen Schriftſteller in Bewegung ſetzte. Während die


