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Ew. Majeſtät ſollen ſte in Frieden und Glück beſchließen, aber möge dieſer Zeitpunkt noch recht lange auf ſich warten laſſen! rief Joſeph glühend, indem er die Hand der Kaiſerin nahm und ſie innig küßte. Möchten Sie noch lange leben, damit Sie ſehen, wie Oeſter⸗ reich ſich verklärt zu Deutſchland, und wie in Oeſterreich's Herrlichkeit aufgehen alle die deutſchen kleinen Lande, die jetzt verſtückelt und ein⸗ ſam umher liegen, ausgeſogen und beherrſcht von ihren kleinen Ty⸗ rannen, die der Reichsgeſetze und des deutſchen Kaiſers ſpotten, mit frecher Willkür das Mark und den Lebensſaft ihrer Unterthanen aus⸗ ſaugen und in üppiger Luſt ſchwelgen, während ihr Volk vergeht in Hunger und Elend. Das Alles ſoll anders und beſſer werden, und dazu haben Ew. Majeſtät jetzt den erſten Impuls gegeben, indem Sie das unglückliche Baiern bewahren vor dem Schickſal, von einem wol⸗ lüſtigen, verſchwenderiſchen, von ſchlaffen Beichtvätern und Maitreſſen beherrſchten Fürſten unterjocht zu werden, indem Sie Baiern retten und es Ihrem Scepter unterwerfen!
Möge Gott uns gnädig ſein und unſer Vorhaben ſegnen, ſeufzte die Kaiſerin. Ich werde meine Tage in Gebet und frommer Andacht hinbringen, bis dieſe unglückliche Sach' geordnet iſt, und auf meinen Knieen liegend werd' ich zu Gott flehen, daß er mein Volk bewahre vor Krieg und Unheil und mein Gewiſſen nit belaſte mit dem Blut meiner Unterthanen.
Und während Ew. Majeſtät den Segen des Himmels herabrufen, ſagte Joſeph heiter, wollen Kaunitz und ich Alles dazu thun, daß unſerm Unternehmen auch der Segen der Erde nicht fehle, damit unſere Thaten vom Erfolg geheiligt werden. Sie, Herr Fürſt, werden uns Baiern erobern mit Ihrer Feder und den Waffen der Diplomatie, und wenn die nicht ausreichen, ſo werde ich Ihnen zu Hülfe kommen mit andern Waffen, welche hunderttauſende unſerer Soldaten allen Denen entgegentragen ſollen, die es wagen wollen, uns Baiern zu entreißen. Noch in dieſer Nacht ſollen einige unſerer Regimenter marſchiren, um zunächſt Unterbaiern zu beſetzen⸗
Oh oh, ich ſehe es wohl, es wird doch zum Krieg kommen, murmelte die Kaiſerin leiſe vor ſtch hin.
Aber bevor der Herr Kaiſer ſeine Soldaten marſchiren läßt, ſagte Kaunitz mit ſeiner gewohnten Ruhe, iſt es nöthig, daß Ihre Majeſtät


