Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 1. Band (1857)
Entstehung
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Glück, gegen ihn zu kämpfen und mir Ruhm und Ehre zu erkämpfen, indem ich ihn beſtege!

Werd' nimmer ſolcher eitlen Ruhmbegierde nachgeben, wenn's nit klar und erwieſen iſt, daß wir ein Recht auf Baiern haben! ſagte die Kaiſerin.

Das iſt klar und erwieſen, ſagte Kaunitz ruhig. Unſere Juriſten haben es erwieſen und ihre Schriften drucken laſſen. Ich habe Sorge getragen, daß Exemplare dieſer Schriften in ganz Deutſchland vertheilt werden, damit ganz Deutſchland ſich von dem Recht des Kaiſers über⸗ zeuge, die verfallenen Reichslehen einzuziehen. Ich habe außerdem bereits einen geſchickten Diplomaten an Carl Theodor von der Pfalz abgeſandt, um mit ihm zu unterhandeln, daß er unſer Recht aner⸗ kenne und freiwillig für ſich und ſeine Erben dem Beſitz Baierns entſage. Auch habe ich ſchon von ſfinn Geſchäftsführer, dem Herrn von Ritter, die Zuſicherung, daß der Churfürſt Carl Theodor von der Pfalz mit Freuden bereit ſein werde, unſere Wünſche zu erfüllen und die Vortheile anzunehmen, die wir ihm bieten.

Und was ſind das für Vortheile, die wir dem Churfürſten für Baiern bieten können? fragte Maria Thereſta.

Wir bieten ihm zum Erſatz für Baiern unſere Niederländiſchen Provinzen an, ſagte Joſeph haſtig, er mag ſie zu einem Königreich Burgund erheben und über ſie herrſchen als König. Wir bieten ihm außerdem für das Heer ſeiner unehelichen Kinder Fürſtentitel und Orden, und einige Millionen Gulden an.

Und putzen die Schande und fröhnen dem Laſter aller Tugend und aller guten Sitte zum Hohn, rief die Kaiſerin unwillig.

Der Churfürſt liebt ſeine Kinder leidenſchaftlich, fuhr Joſeph fort, aber er hegt wenig Liebe für Baiern; er wird auf unſere Pläne eingehen, und Baiern wird unſer werden!

Unſer ohne Schwertſchlag und Blutvergießen, fügte Kaunitz hinzu, und indem er ein zuſammengefaltetes Papier aus ſeinem Buſen hervorzog, legte er daſſelbe auseinander und breitete es auf dem Tiſch vor der Kaiſerin aus.

Sehen Ew. Majeſtät, da iſt eine Karte von Baiern, ſagte Kau⸗ nitz ruhig, mit dem ſchlanken weißen Vorderfinger über die Karte hinſtreichend. Hier unten ſind die Diſtricte, welche wir bean⸗