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daß das Galafeſt beendigt ſei und die Hofgeſellſchaft nach Hauſe eilte, ihre Brillanten und glänzenden Gewänder abzulegen.
Während dies in den Empfangsſälen geſchah, hatte Maria Thereſia, wie geſagt, auf den Arm ihres Sohnes geſtützt, ſich durch die Seiten⸗ thür in das anſtoßende Gemach begeben. Sie durchſchritt es raſch, und trat mit Joſeph in das nächſte Zimmer ein.
An der Thür deſſelben trat ihr Fürſt Kaunitz entgegen, dicht ein⸗ gehüllt in einen bis auf die Füße herabwallenden Pelz, die Hände und Arme verſteckt in einem Muff, den er zum Schutz gegen die Kälte, welche immer in den Wohnungen der heißblütigen Kaiſerin zu herrſchen pflegte, ſorgſam bis zu ſeinen Lippen emporgehoben hatte.
Die Kaiſerin erwiderte ſeinen ehrfurchtsvollen Gruß nur mit einem raſchen Kopfneigen und ſchritt vorwärts zu dem Fauteuil hin, der da neben dem runden Tiſch in der Mitte des Zimmers ſtand. Athem⸗ los, erſchöpft von dem raſchen Gang, mehr noch von der inneren Aufregung, ließ Maria Thereſia ſich in den Lehnſeſſel niedergleiten, und warf keuchend und nach Athem ringend ihr Haupt zurück an die hohe Lehne des Stuhls. Schweigend und mit ernſten Mienen ſtand der Kaiſer ihr gegenüber, und auf einen Wink ſeiner Hand ſchritt Fürſt Kaunitz mit ſeiner gewohnten langſamen und ernſten Würde zu ihnen heran. 53*
Maria Thereſta heftete auf ihn ihre großen Augen, in denen ein trübes Feuer glühte. Sage Er, Herr Fürſt, ſprach ſte dann hoch⸗ aufathmend, iſt's wirklich wahr, was mir der Kaiſer ſagt, iſt der Kurfürſt von Baiern wirklich geſtorben?
Ja, Majeſtät, der Kurfürſt Maximilian Joſeph herrſcht nicht mehr in München, er hat es auf immer verlaſſen, ſagte Kannitz feierlich. Hier iſt die Depeſche, die unſer Geſandter in München ſofort nach dieſem Ereigniß an mich hat abgehen laſſen.— Er wollte der Kaiſerin das Papier überreichen, ſie lehnte es indeß mit einer raſchen Hand⸗ bewegung ab. Bin jetzt nicht aufgelegt, die Depeſche zu leſen. Gebe Er ſie meinem Herrn Sohn hin, daß der ſie leſe, und hab' er die Güte, nur raſch zu erzählen, wie Alles ſich ſo ſchnell und unerwartet begeben hat.
Des Fürſten Stirn bewölkte ſich, und die Lippen feſt auf ein⸗ ander preſſend reichte er die Depeſche dem Kaiſer dar. Joſeph nahm


