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vertrauete, zu leiten und ſie zu warnen, wo es Noth that! Was hat Antoinette verſchuldet, daß Sie ſie von Sich ſtoßen?
Fragen Sie lieber, mein Bruder, was ich verſchuldet habe, daß man mich von ihr ſo fern hielt? fragte Ludwig ſanft. Fragen Sie die Menſchen, welche ewig mein Ohr vergifteten mit ihrem Argwohn und ihren Verleumdungen, was ich ihnen gethan habe, daß ſie mich des einzigen Glückes berauben konnten, welches einen König für die Laſt und Qual ſeines Standes entſchädigen kann, des Glückes, an ſeiner Seite eine Gattin zu haben, welche Eins iſt mit ihm in Liebe und Treue!— Wollen wir in dieſer Stunde des Verſtändiſſes Niemand anklagen! Nur Eins ſage ich Ihnen: man hatte es erſpäht, daß Sie hier mit der Königin eine letzte Zuſammenkunft haben wollten, und man ſagte mir, daß der Kaiſer von Oeſterreich dieſe Zuſammenkunft benutzen werde, um Marie Antoinette vergeſſen zu machen, daß ſie Königin von Frankreich ſei, und ſie nur daran zu erinnern, daß ſie die Tochter Maria Thereſia's ſei, und ihren Befehlen gehorchen müſſe. Ich faßte einen raſchen Entſchluß, ich wollte Zeuge ſein Ihrer Unter⸗ redung, und ich danke es meinem Geſchicke, daß ich es ward. Von heute an, Herr Graf, werde ich keinen Verleumdungen mehr glauben, und wie verſchieden auch unſere Wege ſeien, und wie ſehr ſie ausein⸗ 2 ander gehen mögen, in meinem Herzen werde ich Ihnen immer ange⸗ 1 hören in treueſter und vertrauensvollſter Geſinnung!
Und immer werden Sie bei mir dieſelbe treue Geſinnung finden, ſagte Joſeph ernſt, vorausgeſetzt, daß Sie meine Schweſter glücklich machen!
Der König wandte ſich mit einem ſanften Lächeln zu Marie An⸗ toinette hin, welche, ganz überwältigt von Rührung, auf einen Stuhl
5. 3— niedergeſunken war, und ſtill weinte. er/
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Ludwig ſchritt zu ihr hin, und ihre Hände, welche in ihrem Schooße
ruhten, ſanft ergreifend, und ſie an ſeine Lippen drückend, ſagte er leiſe: Antoinette, Sie ſagten, daß ich Sie nicht liebe! Sie haben alſo nicht in mein Herz geſchaut, Sie haben nicht geſehen, daß ich Sie grenzen ·
los liebe, daß ich vor Ihnen zurückbebte, weil man mir geſagt, d
Sie— doch nein, wozu jetzt der Verleumdungen gedenken, welche un
einander fern gehalten, jetzt, wo Sie es wiſſen ſollen, daß ich Sie 11*
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